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Die Entdeckung der Differentialrechnung durch Leibniz ... / dargestellt von C. J. Gerhardt
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fand zu seiner Genugthuung, namentlich um den Verdacht einesPlagiats von sich abzuwehren, dass Mouton auf andere Weise zudemselben Resultat gelangt war, und dass seine Methode allgemei-ner sei*). Bei dieser Anwesenheit in London legte Leib ui z auchdas Modell seiner Rechenmaschine der Königlichen Socictät vor,und er wurde in Folge dessen zum Mitglied derselben einstimmiggewählt (9. April 1673). Aus den Briefen, die Leibniz unmittelbarnach seiner Rückkehr nach Paris (Anfang März 1673) an Olden­ burg schrieb, geht hervor, dass er mit keinem berühmten ManneEnglands ausser den genannten bei seinem diesmaligen Aufenthaltein London zusammengetroffen war; namentlich ergiebt sich aus einemBriefe Oldenburgs vom 6. April 1673, dass Leibniz damalsnicht die Bekanntschaft von Collins gemacht hat**).

Durch Pell war Leibniz auch auf das im Jahr 1666 erschie-nene Werk Mercators: Logarithmotechnia, aufmerksam gemachtworden, besonders wegen der Quadratur der gleichseitigen Hyperbel,die 31 ercator hierin mit Hülfe der Methode des Untheilbarcn Cava-1 e r i s dargetlian hatte. Leibniz nahm es mit sich nach Paris , undbegann nun unter Hugens Anleitung mit dem lebhaftesten Eifer dasStudium der hohem Mathematik in ihrem ganzen Umfange. Die Geo-metrie des Descartes, die er bisher nur sehr oberflächlich kannte,die Synopsis Geometrien des Honoratus Fabri, die Schriften desGregorius a S. Vincentio, die Briefe Pascals über die Cycloidewaren seine Führer. In einem Manuscript vom August 1673 mitder Ueberschrift: Methodus nova investigandi Tangentes linearumcurvarum ex datis applicatis, vel contra Applicatas ex datis pro-

Siehe das Schreiben Leibnizens an Oldenburg vom 3. Februar 1673.Leib. oj>. omn. etl. Dutens. Tom. III. p. 16 st/q.

##) Dies ist von Wichtigkeit, weit Collins um Newtons Entdeckungenin der hohem Mathematik wusste. Siehe Brewste r im Leben Newton s,deutsch . Uebersetz. S. 151.