16 Einleitung.
und darüber tief, in welche sich die meisten Flüsse der Erde ergießen.Der Meeresboden bietet übrigens dieselben Abwechslungen seiner Ober-fläche, wie das feste Land selbst dar; auch hier giebt es Ebenen, Ge-birge, Theiler, selbst Moraste; Inseln sind nur Hervorragungen vonSeegebirgcn und bilden daher eben solche Ketten als die Gebirge desfesten Landes. Bemerkenswerth sind die oft viele Meilen langenSandbänke, die, wenn sie vom Meere und Winde am Ufer einesLandes aufgehäuft sind, Dünen heißen, und die Felsenriffe, die,besonders in der Südsee, oft mit Korallen und Austern (Austern-bänken) dicht besetzt sind, zum Theil ganz aus Korallen bestehen, diebei ihrer fortwährenden Vergrößerung ganze Inseln bilden. Ob dieWassermasse der Erdoberfläche im Allgemeinen ab- oder zunehme,darüber läßt sich noch nichts bestimmen; daß einige Meere z. B. dieOstsee und das Mittelmeer seit Jahrhunderten an Wassermenge verlo-ren haben, scheint ausgemacht, so wie dagegen auch nicht zu läugnenist, daß der Ozean in anderen Gegenden immer tiefer ins Land ein-greift. Das See wasser enthält verschiedene mineralische Theile,Bittercrde, Kalk u. n., besonders Salz, jedoch sind die Bestandtheilenicht allethalben in gleichem Verhältnisse gemischt; das Wasser derNordsee z. B. hat noch einmal so viel Salztheile, als das der Ostsee,und in der heißen und kalten Zone ist ebenfalls das Wasser salzhalti-ger, als in der gemäßigten. Die Wirksamkeit der Seebäder und diegrößere Schwere und Tragkraft des Seewassers läßt sich daraus erklä-ren; eben daher ist es auch durchaus ungenießbar und Wassermangelauf Schiffen nicht selten; jedoch kann es in manchen Fällen als Arz-nei gebraucht werden. Verschiedene Versuche, das Seewasser trink-bar zu machen, haben noch kein ganz befriedigendes Resultat geliefert.Fälschlich glaubte man sonst, daß Seewasser des Salzes wegen nichtin Fäulniß übergehe; aber das Gefrieren desselben wird durch denSalzgehalt erschwert, so daß nur bei sehr hohem Kältegrade (28°) dasoffene Meer mit Eis bedeckt wird, welches sich selbst auf freiem Meereerzeugt und in Eisfeldern viele Meilen lang, oder in Eisbergen,mehre 100 F. im Durchmesser, oft bis tief in wärmere Gegenden(45°) hinschwimmend sich zeigt. An Küsten und eingeschlossenen Mee-ren (Ostsee) erzeugt schon eine Kälte von 2° R. Eis. In der Tiefenimmt der Wärmegrad bedeutend ab. Die Farbe des Meeres scheintzum Theil von seiner Tiefe und der Beschaffenheit des Grundes abzu-hängen, jedoch haben gewiß andere noch unbekannte Ursachen Einflußauf die sehr verschiedene und selbst wechselnde Farbe des Wassers. Ineinigen Gegenden ist es so kristallhell, daß man einige 100 F. tief bisauf den Grund sehen kann (Westindien, Norwegen). Ein merkwür-diges Phänomen, und noch keineswegs völlig erklärt, ist das Leuch-ten des Meerwassers. Nicht allein, daß schnell segelnde Schiffesehr oft glänzende Furchen im Meere ziehen, was wahrscheinlich Folgeder durch Reibung erregten Elektrizität ist; auch ganze Flächen desMeeres schimmern bisweilen im hellsten Feuerglanze, der sich sogar indie Tiefe und auf die in derselben schwimmenden Fische erstreckt. Leuch-tende Seethiere und Fäulniß verschiedener im Wasser lebender Geschö-pfe sollen davon die Ursache sein. Eine allgemeine regelmäßige Strö-mung