Einleitung. 39
Böhmen, Trappen und Auer Hähne in den N. Ebenen wie inverschiedenen Gebirgen, jedoch nicht in großer Menge, Lerchen (wich-tig ist der Fang derselben bei Leipzig), Drvsselarlcn, Nephüh-ner, Wachteln, Schnepfen sind allethalbcn bekannt und zumTheil in Menge; seltner sind Schnee-, Hasel- und Birkhüh-ner; Adler, sonst nur den Gebirgen eigen, horsten auch schon in denWäldern der N. Ebene; der Geier lebt nur in den S. Gebirgen,selten weiter gegen N. Kanarienvogel werden von den Bewoh-nern Tirols und des Harzes viel gezogen. Unter den Fischen Deutsch-lands sind die Store und Welse der Elbe die größten; die Lachsedes Rheins, der Elbe und Weser, die Neunaugen der Elbe, dieLachsforellen und Gang fische (Blaufellchen) des Bodensees undRheins, die Muränen einiger Seen in Pommern, die Dorsche derOstsee sind bekannt; wichtig für die N. Küstenbcwohner ist der Fangder Schellfische, Stinte, Häringe, Steinbütten, Schol-len. Forellen sind in alle» klaren Bächen, in Menge in dennö'rdl. Heidflüßchen; der Aal ist häufig in den N. Deutschen Seen,und Karpfen werden allgemein in Teichen gezogen. Der Norden istfischreicher als der Süden. Unter den Schlangenarten finden sich2 giftige Arten, Schildkröten sind nur im äußersten S. und ineinem See in Brandenburg. Frösche werden in S. Deutschland ge-gessen, Schnecken ordentlich gemästet. Die Seidenraupe wirdam S. Abhänge der Alpen sehr viel, wenig bis jetzt noch im übrigenDcutschlande gezogen, jedoch verbreitet sich der Seidenbau namentlichin Preußen immer mehr. Bienenzucht ist allethalben bekannt, inden N. Hcidgegenden sehr bedeutend. Die Schabe ist nur in S.;die eigentliclge Augh cuschrecke hat sich in den letzten Jahren inauffallender Menge im nordöstl. Flachlande gezeigt. Krebse sind inden kleineren Flüssen und Seen viel, die Seeküste liefert auch Hum-mer und Taschcnkrebse; Perlenmuscheln werden in einigenFlüssen VöhmenS und Lüneburgs gefunden.
Drei Völkerstämme kennt die Geschichte als Bewohner unsersLandes. Kelten waren wahrscheinlich die ältesten, mit und nach ih-nen finden sich Germanen, jene mehr in S-, diese in N., beidegegen W. fortrückend, bis am Ende die Kelten den Deutschen Bodenganz verließen; wenigstens findet sich nirgend mehr eine Spur Kelti-scher Sprache in Deutschland. Ein dritter Stamm drängte von O.her nach, Slavische Völker, deren seit einem Jahrtausend schon ste-hende Gränze die Elbe ist, und die sie nur wenig überschritten haben,während Germanische Eolonisten rückwärts bis zur Düna, Wolga unddem Pcuth gezogen sind, und in W. vor 1400 Jahren nur im Ozeanihre Gränze fanden, den sie seit einem Jahrhunderte in ganzen Schau-ren überschreiten, um in N. Amerika und Brasilien Wohnsitze zu su-chen. Die Zahl aller E. des heutigen Deutschlands beläuft sich auf35 Mill. Jährlich wird im Durchschnitte unter 28 Lebenden Einergeboren, und von 36 stirbt Einer; man kann also, trotz der nicht un-bedeutenden Auswanderung aus S. Deutschland, eine jährliche Ver-mehrung von fast 1 pEt. (300,000) annehmen, so daß um 1870 eineBevölkerung von 50 Mill. erwartet werden kann. Bedenkt man, daß