Preußen. Einleitung. 227
in Jülich Kleve Berg, Westfalen und Schlesien; Porzelan-, Far-ben-, chemische-, Stärke- u. a. Fabriken. Handel und Ver-kehr werden durch Flusse, Kanäle, gute Landstraßen (Preußen hatte1816 nur 522 M. Kunststcaßcn, 1829 — 1117 M., 1830 wahrschein-lich 1338 M.) und treffliche Postanstalten befördert, aber das strengeZollsystem hemmt den Handel mit den Nachbarstaaten. Wichtig istdie Seehandlungsgesellschaft in Berlin, die Rheinisch West-indische Handelsgesellschaft und der DcutschMexicanischeBergwerksverein in Elberfeld. Die wichtigsten der lo See-handelsstädte des ganzen Staats sind: Danzig, Stettin, Memel,Königsberg (Pillau), Stralsund; unter den Landhandelsplätzenzeichnen sich Berlin, Magdeburg, Frankfurt, Breslau,Köln und Elberfeld aus; in Frankfurt und Naumburg sindMessen.
Der jetzige Preußische Staat besteht aus mehr als 50 ehemaligenReichsgebieten, die durch Kauf, Eroberung, Erbschaft, Verträge undFriedensschlüsse seit 4 Jahrhunderten vereinigt wurden. Das Stamm-land, die Mark Brandenburg, um Christi Geburt von Germa-nen bewohnt, wurde späterhin von den vordringenden Slaven besetzt,seit Karls des Großen Zeiten aber von den Königen Deutschlands er-obert. Albrecht der Bär, der zuerst die Altmark besaß und seinGebiet in O. der Elbe ausdehnte, nannte sich ums Jahr 1140 zuerstMarkgraf von Brandenburg; seine Nachkommen erweiterten dieGränzen ihres Landes. Albrechts Stamm erlosch schon 1320. Nachmehrfachem Negentenwechsel wurde der Burggraf von Nürnberg,Friedrich VI-, aus dem Hause Hohenzollern, durch Kauf Mark-graf und Kurfürst 1415. Sein Gebiet war etwa» 460 Q.M. groß.1482 hatte sich der Staat schon zu 685 Q.M. und bis zum Anfangedes dreißigjährigen Krieges durch die Erlangung des HerzogthumsPreußen zu 1450 Q.M. erweitert; 1687 war nach Erwerbung vonHinterpommern, der Bisthümec Halberstadt, Minden (1648),des Herzogthums Kleve, der Grafschaft Mark, Ravensberg (1666),des Erzbisthums Magdeburg (1689) u. a. der Umfang schon zu2040 Q. M. angewachsen. Friedrich III-, der sich 1701 unter demNamen Friedrich I. zum König von Preußen machte, erweitertesein Gebiet durch Lingcn, Teklenburg, Mörs und Neuenburg.Friedrich Wilhelm I. erwarb Geldern (1714), und einen Theil vonVorpommern (1720); sein Staat hatte bereits eine Größe von2200 Q.M. Unter Friedrich II. (1740— 1786) kam Schlesien(1742), Ostfricsband (1745) und ein Theil von Polen (1772)hinzu; sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. (1786 — 1797), welcherTheile von Polen (1793 und 1795) und die Markgrafschaft Ansbachund Baireuth (1795) erwarb, hinterließ ein Gebiet von 5.520 Q.M.mit 8^Mill. E. Durch den Reichsdeputationsreceß kamen 1803 einTheil von Münster, Paderborn, Hildesheim, das Eichsfeldund 1806 durch einen Vertrag mit Frankreich sogar ganz Kurbraun-schweig hinzu, wogegen die Rheinischen Provinzen und Ansbach rc.abgetreten wurden, so daß 1806 der Flächeninhalt der Deutschen Pro-vinzen etwa 3000, und der ganzen Monarchie fast 6200Q.M. mit
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