Hannover. Einleitung. 299
gen unterbrochen, Sandboden zum Theil urbar gemacht, großen Theilsnoch mit Heide bedeckt oder von ansehnlichen Waldungen (besonderszwischen Weser und Elbe) durchzogen, große Moorflächen, reiche Fund-gruben des Torfs, selten fruchtbarer Lehmboden; aber an dem Meere,an der Elbe, der unteren Weser und Ems liegt die zweite Kornkam-mer des Landes, die herrlichste Marsch, zum Theil (in Ostfriesland)erst dem Meere abgewonnen, aber auch nur durch Dämme (Deiche)gegen dasselbe geschlitzt. Der Harz bildet ein ziemlich getrennt liegen-des Bergland, welches sich von SO. nach NW. zwischen MansfeldBallenstädt, Blankenburg, Wernigerode, Goslar, Seesen, Osterode,Herzberg, Ellrich, Neustadt und Sangerhausen, II — 12 M. lang,z —4 M. breit ausdehnt und etwa 36 Quadratmeilen groß ist, wovonetwa 19 zu Hannover, 10 zu Braunschweig, 3 zu Anhalt, 4 zu Preu-ßen gehören. Won S. und N. her steigt das Gebirge ziemlich steilauf, nach O. zu sinkt es in eine Hochebene, in W. geht es stufcnweiszu dem westlicheren Berg- und Hochlande hinab. Einen Hauptrückenhat der Harz nicht, sondern er besteht aus unregelmäßigen, flachkuppi-gen, mit Erde bedeckten, meistentbeils bis zum Gipfel bewaldeten Ho-hen (Schiefergebirge), hin und wieder steilen Gipfeln (Granitgebirgeund Hornfels) und weiten und engen Thälern in den verschiedenstenRichtungen. Er bietet wilde Felsenpartien, rauhe Hochflächen, selbstMoräste, aber auch liebliche Thalgründe, besonders in seinem anmuthi-geren östlichen Theile (dem Unterharze) dar. Nadelwaldung bedecktBerg und Thal, aber die niedern Berge in O. haben schönes Laubholz.Rauh ist die Lust in seinen höheren Theilen, Schnee bedeckt sie vomOktober bis Mai. Granit ist der Kern des Gebirgs, der sich in Bro-cken und dessen Umgebung besonders hervorhebt, Porfyr, Grauwacke,Thonschiefer, Kalk, Sandstein, Kreide und Gips lagern sich auf undan ihm. Der westliche Theil enthält fllberreiche Bleigänge, währendder östliche reicher an Eisen ist. Seine höchsten Gipfel sind: derBrocken (Preußen), ---3500F. hoch, der Königsberg (Hannover)— 3200 F., der Bruchberg (Hannover) — 3200F., die Achter-mannshöhe (Braunschweig) — 2700 F., der Wormberg (Braun-schweig) --- 2000 F. Der Winterberg (Hannover) — 2700 F.,der Kahlenberg (Hannover) — 2200 F.; die höchsten bewohntenÖrter sind das Dorf Hohegeiß — 1900 F. (die Kirche), Andreas-berg — 1S80F., Klausthal — 1750 F., das Dorf Schierke--- 1750 F., Braunlage --- 1700 F., Rothesitte---- I650F.das Jagdschloß Plessenburg — 1630 F. Der tiefste Punkt derHarzer Gruben ist bei Lautenthal — 144 F. über dem Meere Esgiebt verschiedene übemerkenswertlie Höhlen auf dem Harze; die berühm-testen, die Baumanns- und Bielshöhle liegen auf Braunschwei-gischem Gebiete bei Rubeland; hierher gehört die Scharz selberHohle. Eine Linie, die von Jlsenburg über den Brocken, die Achter-manns Höhe, den Bruchberg und die Ackerberge läuft, scheidet denOber- (in W.) und Untcrharz (in O.) und das Flußgebiet derElbe und Weser. Letzteres gehört hierher und begreift die Oder,Sieber, Söse, Nette, Innerste, Ocker, Radau, Ecker undIlse. Dagegen fließen die Wiede, Bare,'Bode, Zorge, Wip-