Band 
Erster Theil.
Seite
300
JPEG-Download
 

300 Deutschland.

per, Selke, Eine und Holzemme in die Elbe. Die einzigeMineralquelle des Harzes ist das Alexisbad im Anhaltischen.Niedrigere Waldgebirge, nicht viel über 1500 F. hoch, schließen sich inW- an den Harz an und ziehen längs der Weser bis Minden undzum Steinhudersee, der Solling (Moosberg --- 1580 F.) inGöttingen, der Hüls (---1130F.) in Grubenhagen, der Jht, Sün-tel, Dcister, die Weserberge in Kalenberg und die Hildes-heimischen Berge, welche in den Sieben Bergen noch gegen1600 F. hoch sind (der Ahrensberg — 1500 F., der Haslikopf— 1360 F.). Ein anderer Bcrgzug wendet sich gegen W. und durch-zieht in W- der Weser das Preußische Westfalen und S. Osnabrück,wo er noch eine Höhe von 1000 F. erreicht, bis er sich in Benthcimverliert. Der ganze übrige Theil des Königreichs ist eine Ebene, dieda, wo die Bergreihen in N. enden, noch etwa 250 F. hoch ist undsich bis zum Meeresspiegel hinabsenkt, aber von bis über 300 F. hohenHügelketten hin und wieder durchschnitten wird. Sandboden, vonLehm und Mecgelschichten durchzogen, bei Lüneburg auch von Gips-und Kreidefelsen durchbrochen, ist dort allgemein, nur am Ufer derNordsee und der großen Flüsse von der Marsch umschlossen, derenBreite bis 1 Meile und darüber beträgt. Einen großen Theil derEbene nehmen die ausgedehnten Moore, besonders in Ostfriesland,Meppen, Hoya, Diepholz und Bremen ein, wichtig durch ihren Torf-reichthum, zum Theil entwässert und mit Colonien besetzt. Übrigensbildet die Sandebcne entweder mcilenlange Heidflächen, die nurSchafheerden und Bienen Nahrung geben, oder urbar gemachtesLand, das nur kärglich den Fleiß des Bebauers lohnt, oder Wiesen-grund. Übertrieben sind meistentheils die Vorstellungen, die man sichvon dem abschreckenden Bilde der Heide macht; manche Gegenden ha-ben in der That etwas äußerst Unmuthiges und besonders ist die Lagevieler Dörfer, die in der Regel an klaren Bächen, von schönen Wiesenund kräftigen Holzungen umgeben sind, oft anziehend; einige Heid-und Moorstriche sind allerdings wahre Einöden, am meisten in denProvinzen westlich von der Weser, z. B. auf dem Hümling, einemmeilenlangen Heidrückcn in Meppen. Zwischen Weser und Elbe, be-sonders im Fürstenthum Lüneburg, finden sich aber auch große Wal-dungen: Göhrde, Lüs, Raubkammer, Süsing u. a. mitschönen Laub- und Nadelhölzern; wenig Holz dagegen ist in W. derWeser. Merkwürdig sind in den Ebenen die rätselhaften Stein-geschiebe, meistentheils Granit und Gneis, oft in ungeheuern Blöcken,die wahrscheinlich aus nordischen Gebirgen herstammen. Die Küsten-striche an der Nordsee, Elbe und Weser sind so niedrig, daß sie nurdurch kostbare, oft bis über 20 F. hohe Dämme (Deiche) gegen dieFluthen geschützt werden können und dennoch oft durch Überschwemmun-gen leiden. Furchtbare SturmflUthen, die entsetzliche Verhee-rungen anrichteten, waren 1717 jm December und 1825 den3. und 4. Februar. Man kann die Länge aller Deiche auf wenig-stens 60 M. annehmen. Drei Stromgebiete theilen das ganze Land.In Osten ist die Elbe, welche 34 M. weit die NO-Gränze fast alleinbildet; nur etwa 3Q.M. liegen am Ostufer derselben. Die Wasser-