Band 
Erster Theil.
Seite
301
JPEG-Download
 

Hannover- Einleitung. 30L

scheide zwischen Elbe und Weser, die auf dem Gebirge zugleich dieGränze des Ober- und Unterharzes ist, hält ziemlich die Mitte zwischenbeiden Flüssen, und ist in der Ebene ein bloßer Landrücken, der sichjedoch in einigen Hügeln bis zu 300 F. Höhe erhebt. Der Elbe flie-ßen von W. her die Jcetze, Ilmenau (von Lüneburg an schiffbar),Seeve, Este, Lühe, Schwinge und Oste zu, die fast alle einigeMeilen weit schiffbar sind. Die Weser, welche 30 M. lang daSHannöverische Gebiet berührt, nimmt durch die Aller alle oben ge-nannten Obecharzflüsse auf. Die Werra und Fulda, welche 2 —3 M. weit dem Lande angehören, bilden diesen Strom, dessen Laufzur Hälfte durch Gebirge sehr geschlangelt wird, was bei der Elbenicht der Fall ist. Die meisten östlichen Zuflüsse werden in ihremobern Laufe durch'Solling, Ihr, Süntcl und Deister von ihr getrenntund sammeln sich in die Leine und mit dieser in die Aller, welcheerst mitten im Flachlande sich in die Weser ergießt. Die Leine,von Hannover ab schiffbar, empfängt vom Eichsfelde die Ruhme,vom Harze die Oder, Söse und Hahle, die in die Ruhme fließen,und die Innerste (mit der Nette und Lamme), und fließt derAller zu, welche schon den größten Harzfluß, die Ocker mit derIlse, ferner die Fuse, Jse, Örze und Böhme aufgenommen hat.Unbedeutend sind die südlicheren Nebenflüsse der Weser; nördlich vonder Mündung der Aller strömen ihr die Wümme und die Gerstezu. Der einzige bemerkenswerthe westliche Nebenfluß ist die Hunte.Die Ems, im Hannöverischen Gebiete über 20 M. lang, entspringtunweit Bielefeld im Preußischen Westfalen an dem S. Abhänge deswestlichen Wesergebirges, und ist jetzt erst durch die kostbare Verbesse-rung ihres Bettes innerhalb der Hannoverschen Gränze schiffbar ge-macht; sie soll nach dem ursprünglichen Plane im Preußischen Gebietedurch einen Kanal mit der Lippe und dadurch mit dem Rheine ver-bunden werden; ihr fließt von O. her die Leda, Hase und Aa zu.Im W. der Ems ist noch die Vechtc, welche nach den Niederlandenund in die Südersee geht. Alle drei Hauptflüffe bilde» an ihrer Mün-dung Meerbusen, unter denen der Dollart zu bemerken, dem dieEms zuströmt. Meilenweit« Sandbänke, Watten, umkränzen dieNordsteküste, und werden theils als Inseln bewohnt, größtentheils aberzur Fluthzeit ganz vom Meere bedeckt. Außer dem Dümmersec,etwa 1Q.M. groß, giebt es keinen einzigen bedeutenden Landsee, denndas Stein hudermeec berührt nur die Gränze. Kleinere Gewässer dieserArt sind die Ostfriesischen Meere; auch giebt es einige kleinb Landseenin Bremen. Die Handelskanäle des Königreichs sind nicht von Bedeu-tung; ss gehört dahin der Kanal von Aurich nach Emden und derPapenburger Kanal; zu bemerken ist auch der Bremische Kanal,der die Osto und Schwinge verbindet und zur Entwässerung des Moo-res, so wie zum Transport des Torfes und der Ziegel dienr. Zahlreichsind aber die kleineren Been (Moorkolonien) kanäle in Ostfriesland undBremen, deren nächster Zweck Austrocknung der Moräste ist.

Hannover hat wichtige Products aus allen Naturreichen. Ge-treidebau ist bis auf die rauheren Harzgegenden allethalbcn undliefert im Durchschnitte mehr, als das Land bedarf. In der Heide