Band 
Erster Theil.
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303
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Hannover. Einleitung. 303

gräberei. Fischerei ist nur an der Seeküste bedeutend; besonderszu bemerken ist die Hä ring sfi scherei der Stadt Emden an denSchottischen Küsten. In der Industrie stebt Hannover den meistenStaaten Deutschlands nach; Leincwebcrci jedoch ist allgemeine Be-schäftigung des Landbewohners in den meisten Provinzen; eigentlicheFabriken sind nur in wenigen Städten (Hannover, Lsterode, Ge-ringen, Münden ic.) von einiger Bedeutung, aber auch diese wenigenÖrter können nicht mit Preußischen und Sächsischen Fabrikstädten ver-glichen werden. Wollene Zeuge, Taback, Papier, Glas,Zichorien, Seife, Leder, Hüte und Wachslichter werden ammeisten verfertigt. Nicht unwichtig sind aber auch die Kalk- undAiegelbrenneceien, Pulver- und Ölmühlen, Kupfer- undEisenhammer, Messinghütten und andere Metallfabriken.Der Handelsverkehr ist bedeutend und wird, seitdem Östfcies-land Hannoversche Provinz ist, auch zur See getrieben; er genießtgegen die Korsaren im Mittelmecre des Englischen Schutzes seit 1824.Am wichtigsten ist die Spedition von den 3 Hansestädten nach Mit-tel- und S-Deutschland. Lüneburg, Harburg, Osnabrück undMünden sind Hauptspeditionsplätze. Durch die beiden Hauptströme(Elb- und Weserschifffahrtsacte I82l, 23. Jun. und 1823, 10. Sept.),die Aller, Leine, Ilmenau, so wie durch die sich immer mehr verbrei-tenden trefflichen Landstraßen zwischen den Hauptörtern und durchAufhebung aller Binnenzölle wird der Verkehr sehr befördert.Einflußreich wird auch die 1828 beendigte Schiffbarmachung derEmS werden, da durch diese eine neue Handelsstraße vom Nheine hereröffnet wird. Nicht weniger wichtig kann auch der, seit 1827 vonder Stadt Bremen angelegte Bremer Hafen an der Mündung derGeeste, werden. Ein eigener Erwerbszweig, besonders in den westlichvon der Weser belegenen Provinzen, ist das Hollandsgehen, wasim Sommer gegen 6000 Menschen dem Vaterlande entzieht, die zumTorfgraben und Heumähen nach Holland wandern. — Für Bildungist, besonders seit der Errichtung des Oberschulcollegiums (1830), wiein einem andern Deutschen Staate gesorgt. Göttingen mit seinen be-rühmten Anstalten, Gymnasien (20) und Lehranstalten für einzelneFächer fördern wissenschaftliche Cultur, während verschiedene Seminaredurch Bildung tüchtiger Schullehrcr den Volksschulen einen ehrenvollenRuf erworben haben. Wenig ist bis jetzt für Kunstbildung geschehen.

Die Einwohnerzahl — 1,660,000 (1817 — 1,434,000) ist sehrungleich vertheilt; in Hildesyeim wohnen auf einer Q. M. gegen5000 Menschen, in Grubenhagcn, Osnabrück und Singen gegen 4000,in Göttingen und Kalenberg -- 3500, in Haveln ünd Ostfriesland ---3000, in H°ya — 2300, in Bremen -- 2000, in Diephvlz — 1900,in Lüneburg und Bentbeim — 1500, in Meppen — 1400, in Ver-ben — 1300 . Die Mehrzahl der E. bekennt sich zur protestantischen(Lutherischen) Kirche; in Bremen, Verben, Hoya, Diepholz, Haveln,Bentheim und auf dem Harze ist nicht eine, in Lüneburg und Kalen-berg in jedem nur eine katholische Gemeinde. Die Zahl der Refor-mirten, die größtentheils der That nach mit den Lutheranern verei-nigt sind und auch in Ostfciesland, Lingen» Bremen, zum Theil in