Einleitung.
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enne und Vcsder), Geule, Roer (rühr) und Niers (letzteredrei in dem künftig Niederländischen Gebiete) aufnimmt. Der zweiteHauptfluß des Landes ist die Scheide, die aber nur bis zu ihrerTheilung hierher gehört. Die Nebenflüsse der ganz schiffbaren Scheidesind in W. die Lcye (Lys), in O. die Dender und Rüpel, welcheaus der Vereinigung der Senne, Dyle (mit der Dem er, welchedie Gette aufnimmt) und Nethc (der Großen und Kleinen)entsteht. In W. ist der Küstcnfluß User. Unter den wichtigen Ka-nälen der westlichen Provinzen bemerken wir diejenigen, welche dieSenne bei Brüssel und die Dyle bei Löwen mit der Rüpel, Brüggemit der Scheide (bei Gent) und Ostende, Furnes mit Nieuport ver-binden. Sehr wichtig ist der Äckerbau, der hier mit der größten Sorg-falt getrieben wird; Flandern und Brabant sind die reichsten Getreide-provinzen, die unter andern auch Spelz bauen; auch Buchweizen,Hülsenfrüchte, Ölpflanzen, Hanf und Flachs, Hopfen, Obst, Taback,Krapp und Zichorien sind in verschiedenen Provinzen höchst wichtig.An Holz leiden die westlichen und nördlichen Landstriche Mangel, fin-den aber zum Theil in Torf Ersatz; große Waldungen sind dage-gen in Südbrabant, Hennegau, Namur und Lüttich. Viehzucht isthier nickt von solcher Wichtigkeit als in den Niederlanden, aber keines-weges unbedeutend; die Schafzucht wird immer mehr veredelt;Wild ist nur in den waldreichen Gegenden. Bienenzucht ist an-sehnlich. Die südöstlichen Provinzen sind nicht arm an Mineralpro-ducten; man gewinnt daselbst Eisen und Blei in ziemlicher Menge,auch etwas Kupfer und Galmei; reich sind diese Gegenden, beson-ders Namur, an Steinkohlen, und auch Marmor, Sandsteine,Kalk und verschiedene Thonarten werden dort gebrochen. Untermehren Mineralquellen sind die in Spaa besonders berühmt. Wichti-ger noch als Landwirthschaft ist die Industrie Belgiens. Die Zeit, inwelcher Flandern und Brabant fast ganz Europa mit Tuch, Spitzen,feiner Leinewand u. a. Waaren l»ersorgte, ist freilich längst vorüber,aber noch immer liefert das Land eine Menge wichtiger Fabrikwaacen;Tuch, Batist, Leinewand, Leder, Hüte, Baumwollzeuge ic. werden ingroßer Menge verfertigt und veranlassen einen höchst wichtigen Han-delsverkehr, dessen künftige Blüthe mit von den noch zu bestimmendenVerhältnissen zu den Niederlanden abhängen wird. Zahlreiche Kanäleund herrliche Landstraßen lassen für den inneren Verkehr nichts zuwünschen übrig.
Die Zahl der E. belauft sich auf 3,560,000 (ohne Luxemberg);sie sind mit wenigen Ausnahmen alle Katholiken und stehen untereinem Erzbischofe und 5 Bischöfen; es herrscht aber völlige Religions-freiheit und keine Glaubenspartei hat größere poetische Rechte als dieandere; die Zahl der Juden ist nicht bedeutend. Die Belgier sindgemischter Abkunft, theils von den alten Belgen, theils von Deutschenabstammend; die Sprache des Volks ist daher in den meisten Provin-zen die Flamä irdische (Flämische), ein Holländischer Dialekt; inden südöstlichen Gegenden wohnen dagegen fast lauter Wallonen,deren Sprache ein plattes Französisch ist. Die Sprache der Gerichteund öffentlichen Behörden, so wie überhaupt der Gebildeten ist daS