376 Schweiz.
durch den Canton, dem er den Namen giebt, zum Langen See (LogoMaggiore) und weiter zum Po. Der Rhein, der Hauptfluß derSchweiz, bildet sich aus zahlreichen Bächen, die von den 'Alpen in O.des St. Gotthard derabströ'men (alle in der Landessprache Rhein ge-nannt); als Hauptquelle kann man den Rhein de Toma im Ta-vetsch Thale betrachten, der von W. her den Rhein d'Urseca beiEhiamut (schamutt) aufnimmt und nun Vocderrhein heißt. BeiDissentis vereinigt sich mit ihm der Rhein de Medels (Hinter-rhein). Der Fluß wendet sich von da an gegen NO-, dann gegen N.und umschließt in einem großen Bogen von der Gränze GraubündtenSbis Frankreich das Schweizerland fast immer als Gränze gegen Deutsch-land. An der NO. Seite bildet er den Boden see (9 M. lang, 2HM. br.und bis 950 F. tief, H50F. hoch liegend), den er bei Konstanz verläßt;gleich darauf erweitert er sich zum kleineren Unter- oder ZellerSee,geht aus diesem in W. Richtung hervor, stürzt H Stunde von Schaff-hausen über eine 70 F. hohe Felsenwand, strömt dann südlich bis zurMündung der Töß und richtet sich dann bis nach Basel, wo er dieSchweizer Gränze verläßt, westlich. Sein Lauf beträgt von der Quelle(5360 F. hoch), bis Basel 55ZM. (die gerade Entfernung ist nur I S^M.), sein Fall 4600 F., die Zabl seiner Nebengewäfser über 2700.Seine hauptsächlichsten Nebenflüsse sind: I) die Aar, die auf denWerner Alpen am Grimsel über 6300 F. hoch entspringt, bald einenbedeutenden Wasscrfall bildet, durch den Brienzer (fast 2M. lang,jM. breit) und Thun er See (2^ M. lang, j M. breit, 1800F.hoch) fließt, von W. die Kan der, Si n>men, Saane und Thiele,den Abfluß des Vieler (I M. lang, 1300F. hoch) und Neuen bur-ger Sees (4 M. lang, I M. breit, I300F. hoch), von O. die Ear-men, Reuß und Limmat aufnimmt und an der N. Gränze in denRhein gebt. Die Reuß kommt aus verschiedenen Seen und durchdie fürchterlichsten Scblünde des Gotthard hervor, tobt unter der Teu-felsbrücke durch bis Amsteg fort, gebt dann ruhig durch den Vier-waldstädter See (4j M. lang, l^M. breit) und nimmt den Ab-fluß des AugerSees (2 M. lang, 1200 F. hoch) auf. Die Lim-mat entspringt unter dem Namen der Linth auf den Glarner Alpen,nimmt das Wasser des Wallen Sees (2 M. lang) auf, und gehtdurch den Züricher See (5 M. lang, ^M. breit, 1300F. hock), densie als Limmat verläßt. 2) Die Glatt. 3) Die Töß. 4) DieThür mit der Sitter. In Graubündten am Maloja entspringt derJnn, zuerst Ö n genannt, der gegen NO. das Engadin Tbal durch-strömt und nach Tirol übergeht; an der W. Gränze berührt derDoubs das Land. Unter den Wasserfallen sind die bemerkenswerthe-sten der Rheinfall, Staubbach, Reichenbach, Gießbach. —Die Ebenen und Thäler der Schweiz sind fruchtbar und trefflich ange-bauet, nur die höheren Thäler der Gebirgscantons sind zum Ackerbaunicht passend; desto schöner sind die Weiden (auch Alpen genannt) indenselben, die sich hoch an die Gebirge hinaufziehen, gewöhnlich vonWald begränzt werden, oft aber bis zur Schnceregion reichen.
Das Klima ist allethalben in den Ebenen milder als in den mei-sten Gegenden Deutschlands, in Wallis und Tessin weht schon Italische