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Schweiz.
ringen Herzoge von Alemannien, zu dem nun das ganze Landgerechnet wurde, und nach deren Aussterben 1218 erkauften sich einigeStädte und Provinzen fast Unabhängigkeit, andere, namentlich die Ge-birgsprovinzen, wurden in Besitz großer Freiheiten von kaiserlichen Land-vögten verwaltet. Kaiser Albrecht war es, der die erworbenen Rechtenicht achten wollte, daher der erste Freiheitsbund zwischen Uri,Schwyz und Unterwalden (1308, 1. Jan.). Bis 1513 tratendiesem Bunde noch 10 andere Eantons bei, außer denen es noch neunsogenannte zugewandte Orte (Bundesgenossen) und acht gemeineHerrschaften (unterworfene Provinzen) gab. Erst im WestfälischenFrieden wurde die Unabhängigkeit der Schweiz anerkannt. Im Jahre1798 wurde sie durch Französischen Einfluß in eine einzige Republikumgeschassen, erhielt jedoch 1803 durch Bonaparte eine neue Verfas-sung und 19 Eantons. Nach der Organisation von 1814 und 1815besteht die Schweizerische Eidgenossenschaft aus 22 Eantonsmit gleichen Rechten, alle mit republikanischer, jedoch unter sichverschiedener Verfassung*) (nur Ncuenbucg erkennt den Königvon Preußen als Oberherrn), verbunden durch die Tagesatzung(Bundesversammlung), zu der jeder Eanton seine Abgeordneten schickt.Die Leitung des Ganzen haben, alle zwei Jahre wechselnd, die dreidaher sogenannten Vororte, Bern, Zürich und Luzern. DieNeutralität der Schweiz ist von allen großen Europäischen Mächtenfür jeden künftigen Krieg anerkannt. Ein stehendes Heer giebt esnicht, wohl aber ist jeder Schweizer milizpflichtig. Spanien, der Papstund Neapel haben mehre Schweizer Regimenter im Solde.
ä. Die ältesten 13 Lantons. a) Die Vororte.
1) Zürich — 45 Q. M. 230,000 E. Nur in S. sind nocheinige Gebirgsreihen, die aber keine bedeutende Höhe haben, das Al-dis- und Allmannsgebirge bis 3600 F. hoch; eine Kette in O.des Züricher Sees. Im NW. ist das Ende des zur Jurakette gehöri-gen Lägerberges und in N. am Rhein steht abgesondert der Jr-ch el. Der ganze Eanton ist Rheingebiet. Der Rhein macht größten-theils die N. Gränze und nimmt hier die Thur, Töß und Glattauf. In S. ist der gegen 5Meilen lange, H Stunden breite Züri-cher See, dessen Zu- und Abfluß die L immat ist; neben ihm in O.der 1^ St. lange Greifen See, aus dem die Glatt fließt. Ineinigen Gegenden ist beträchtlicher Weinbau, starke Obstzucht, in S.,besonders am Aldis, ausgezeichnete Viehzucht. Es giebt keine bedeu-tenden Waldungen, aber Steinkohlen und Torf; man findet vielThon; zahlreiche Mineralquellen. Unter den E. sind kaum 1000 Ka-
*) Da die durch die Ereignisse der letzteren Jahre herbeigeführten verän-derten Verhältnisse, wodurch namentlich bereits in mehren Eantons einemehr demokratische Verfassung an die Stelle der alten Aristokratie getre-ten ist, noch keineswegs fest genug bestimmt zu sein scheinen, so hat esder Verfasser für passend gehalten, die neuen (seit 1831) angeordnetenEinrichtungen in den Eantons Bern, Aargau, Zürich, Basel, Schaffhau-sen rc. hier noch nicht zu berücksichtigen.