Band 
Erster Theil.
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Schweiz.

von Uri aus zieht sich die Berner Alpenkette in SW. Richtung bisnach dem Waadtlande, als Gränzwall gegen Wallis, Scheidewand zwi-scheu Rhein- und Rhoncgebiet, und enthält die Gcimsel mit demFurka Passe, das Finstecaarhorn, Schreckhorn, Wetter-horn, die Viescherhörner, den Eiger, die Jungfrau, dieGemmi mit einem Passe, das Rawylhorn mit einem Passe. Allediese Berggipfel sind von ausgedehnten Gletschern umgeben. Nördli-cher noch sind die Blümlisalp, das Doldenhorn, der Niesen(7300 F.), das Stockhorn, der Gurnigel und bei Bern der Gur-ten. Alle Gewässer ziehen zur Aar, welche am Grimscl entspringt,durch das HasliThal, den Bri'enzer (I^M. lang, ^M. breit)und Thun er (2^M. lang, jM. breit) See fließt und von W. herdie Kander, Simmen und Sanc mit der Sense von O. dieEmmen aufnimmt. Durch die Thiele oder Aiehl steht die Aarin W. mit der Vieler (I^M. lang) und dem Neuenb urger Seein Verbindung. Im Jura, welcher in W. den Eanton durchzieht,ist die VirS und nahe der Französischen Gränze der Doubs. DasNW. Gebirge ist der MontTerrible — 2900 F. Unter den Pro-dukten sind Wein, Obst, Eisen, Steinkohlen zu bemerken; höchst blü-hend ist die Viebzucht, besonders in den S. Gebirgsthälern. Man be-treibt zwar mancherlei Zweige der Industrie, besonders Weberei, aberAusgezeichnetes wird darin nicht geleistet. Unter den E. sind über40,000 Katholiken im Jura, 900 Wiedertäufer und Herrnhutec. DieVerfassung ist beschränkt aristokratisch. Der Große Rath bestelltaus 299 Mitgliedern, unter denen 200 Berner Bürger; den Vorsitzführen zwei Schultheißen. Den Kleinen Rath (23 Mitglieder,2 S chu l theißen und 2 Heimlicher) wählt jener aus seiner Mitteals gewöhnliche Regierungsbehörde. Bundescontingent 5824 Mann.Beitritt zum Schweizer Bunde 1352. Eintbeilung in 27 Oberämter.

Bern (1680 F.) a. d. Aar, 18,500 E. Regelmäßig gcbaucte Stadt, de-ren gerade, reinliche Straßen meistens Häuser gleicher Höhe mit Arkadenhaben, unter denen Kaufladen und Werkstätte sind. Zu den ausgezeichne-ten Gebäuden gehört der Münster auf einer hohen Terasse, die Plattcfor-me genannt, die einen schönen Spazicrgang und herrliche Aussicht auf diefernen Alpen gewährt; im Innern Steiger's und der 1798 im Kampfe ge-fallenen Berner Grabmäler. Die heilige Geistkirche, das Museum, Wai-senhaus, Krankenhaus, die Münze, das Kornmagazin, Spital, das Stift,Zeughaus und Schcllcnhauö. Akademie mit 18 Professoren, Zeichenakade-mic, Gymnasium, Turnanstalt, Blinden- und Talibstummeniiistitut; Gesell-schaft für Schweizergeschichtc, Medizin, Naturgeschichte; Künstlerverein;Stadtbibliothek 30,000 Bände, die auch zwei Reliefs von Schwcizcrprovin-zc» aufbewahrt; Mnscum, Antikensaal, Münzkabinet, botanischer Garten;mancherlei bemerkcnswerthc andere öffentliche und Privatsanimlungen, z. B.des Schultheiß von Mülincn. Mancherlei Industriezweige; eine große me-chanische Werkstatt, Feuerspritzcnfabrik, Kattunweberci, Gerberei, Stroh-hutfabrikcn, Pulver- und Papierfabriken. Wein- und Käsehandel. Nochimmer werden im Stadtgraben einige Bären gehalten, und es ist den jun-