496 Portugal.
Loretto und ehemalige Iesuitenkirche, Kloster und Schloß das Necessida-des, das Gpernhaus, Aathhaus, Zeughaus, Las adlige LoNcgium, dieRornhalle und Stückgießerei, das Gefängniß (Limoeiro), die noch un-vollendete Schatzkammer u. a. Das schone Schloß liegt eigentlich in demFlecke» Belem, der aber jetzt Theil der Stadt ist. Es ward nach demErdbeben gebauet, brannte ab und ist noch nicht wieder ganz vollendet.Ein Meisterstück der Baukunst ist die große Wasserleitung, die über zweiStunde» weit der Stadt Wasser zuführt, von König Zohann V. 1713 er-bauet. Sie ist ganz von Marmor und der höchste der 35 Bogen, welche2400 F. weit über das Thal von Alcautara führen, ist über 230 F. hoch,jeder Pfeiler 23 bis 28 F. dick, so fest gebauet, daß selbst bei dem großenErdbeben, als die Pfeiler sich senkten, dennoch das Gewölbe wieder fest sichschloß. 2» neueren Zeiten hat die Stadt durch gutes Straßcnpflaster,Wcgräumung des Schuttes, der noch von der Zeit des Erdbebens (dennerst nach 30 Jahren waren die Häuser alle wieder hergestellt) sich fand,durch Erleuchtung und bessere Polizei den Ruf der Uureinlichkeit und Un-sicherheit verloren. Das große Ioscfshospital hat für einige TausendKranke Raum, so wie das Findclhaus über 1000 Waisen erzieht. Dergroße und sichere Hafen im Tejo, durch mehre Forts St. Julias (aung),2) M. unterhalb der Stadt, Torre do Bugio (budschiv), zugleich Gefäng-niß, Belem (lchni), wo die Zoll- und Quarantaiueanstalten sind, und S.Sebastiao, geschützt, ist die Hauptguelle der Blüthe dieser Stadt, denn14 bis 1500 Schiffe laufen jährlich »in; jedoch sind H der hiesigen Handels-häuser ausländische, besonders Englische. Lissabon ist der Mittelpunkt desPortugiesischen Handels und des ganzen Verkehrs mit den Cvlonicn in Asienund Afrika. Die Tiefe des Hafens ist so groß, daß selbst die größten Kriegs-schiffe bis zu Kaien gelangen können. Große Schiffswcrftc. Fabriken sindwenig vorhanden. Der hiesige Patriarch, der den Rang vor allen katholi-schen Erzbischöfen behauptet, und sein aus 115 Domherren bestehendes Ca-pitel soll über 400,000 Nthlr. Einkünfte haben. Für höhere Bildung istdurch eine Akademie der Wissenschaften, der Geographie, Geschichte, durchSternwarten, botanischen Garten, Museum, mehre Bibliotheken, durch eineArtillerie-, Seekadctten-, Handels-, Zeichnen-, vier gelehrte und andereSchulen gesorgt; diese aber Bürger-und Volksschulen sind, wie allethalben imLande, in schlechtem Zustande. Festungswerke hat die Stadt selbst nicht;nur das Maurische Lastest auf dem höchsten Hügel der Stadt, in welchemsich das Landesarchiv und eine Zuchtanstalt befinden, ist aus dem Alter-thume noch übrig. Herrlich ist pie Aussicht von hier über die Stadt, dengewühlvollen Hafen und die nlit^zahllosen Gärten und Landhäusern bedeckteUmgegend. Lissabon ist seit 1/33 Residenz des Königs; schon 1147 wardsie den Mauren entrissen. IL bem oben genannten Dorfe Belem ist einKloster mit herrlicher KircheMn welcher die Gräber der königlichen Familiesind. Einzug der FranzvsenHso?, 30. Nov. Convention über die RäumungPortugals 1808, 30. Aug. <v.uelus (keluhs), Dorf mit einem Schlosse,dem gewöhnlichen Aufenthaltsorte der königlichen Familie bis zur Flucht
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