Band 
Erster Theil.
Seite
506
JPEG-Download
 

506

Frankreich.

bar ihr Strom von Arles an. Sie empfängt aus Burgund dieSaone (sonc) mit dem Doubs und den Ain, aus der Dauphi-ne die reißende Jsere mit dem Drac und die Drome, aus derProvence die tobende unschiffbare Durance mit dem Berdon undaus Langucdoc einige kleinere Flüßchcn, die Ardeche, dcn G a rd u. a.Ihr Flußgebiet ist — 2250 Q. M.— Die Garonne, deren Flußge-biet — 1900 Q.M. beträgt, entspringt an den mittleren Pyrenäen imThale Arran, nimmt in Langucdoc die Arriege, in Guyenne vonN. her den Tarn, Lot und die Dordogne mit derCorre ze, vonS. her nur den Gers auf und ergießt sich (von der Mündung derDordogne an, wo sie 1 M. breit wird, unter dem Namen Gironde)ins Atlantische Meer; sie ist der breiteste aller Französischen Flüsse (bis IHM. breit), in ihrem unteren Laufe voll Inseln, die den Schiffen gefährlichsind, von Eazeres (Departement Obergaronne) an schiffbar, von der Mün-dung der Dordogne selbst für die größten Seeschiffe. Merkwürdig sinddie gewaltigen Springfluthen, welche Wasscrbergen gleich sich aufdas Ufer stürzen und oft große Verwüstungen anrichten; ähnliche Erschei-nungen sind in der Mündung der Seine und Loire, dort Barre, hierMascacet genannt.— Die Loire(—2540 Q.M.) hat ihre Quellenin den Sevennen, geht durch Lyonnois, trennt Burgund von Bour-bennois und Berry von Nivernois, durchströmt Orleannois, Touraine,Maine und Bretagne, wo sie mündet. Sie ist von Noirie (Departe-ment Loire) an schiffbar, hat aber eine sehr versandete Mündung, sodaß die Einfahrt höchst schwierig ist. Ihre Nebenflüsse in !N. sindMayenne mit Sarthe, Loiret; inS. Maine mit derSevrc,Vienne mit der Ercusc, Eher und Allier.— Die Seine ent-springt am Cote d'Or in Burgund, wird nach Aufnahme der Aubeschiffbar und fließt durch Ebampagne, Jsle de France und Normandie.Ihre Nebenflüsse sind in N. Aube, Marne und Oise mit derAisne; in S. Nonne und Eure; ihr Gebiet --- 2140 Q.M.—Die Scheide (Escaut) entspringt in der Picardie und strömt durchHcnncgau den Niederlanden zu. — Die Maas und Mosel, derenQuellen in den Vogesen sind, bewässern Lothringen; jene fließt durchdie Ardennen in Champagne nach den Niederlanden; diese mit derMcurthe nach Deutschland; beide zum Rhein, der auf einer Streckevon 35 Meilen die Gränze zwischen Elsaß und Baden macht und dieJll aufnimmt.— Küstenflüffe des Mittelländischen Meeres sind: derVar, Gränze zwischen Provence und Italien, Herauld und Audein Languedoc; des Atlantischen Meeres: Adour in Gascogne, Eha-rentc und Sevre in Saintonge und Poitou, Vilaine in Bre-tagne, Vire und Ornc in Normandie, Somme in Picardie.— Diean sich schon zahlreichen Wasserstraßen sind noch durch wichtige Ka-näle vermehrt, die alle Stromgebiete mit einander verbinden. DasGebiet der Scheide und Seine vereinigt der 1810 vollendete Kanalvon St. Quentin. Er ist mit dem älteren Kanal von Crozat, derdie Oise mit der Somme verbindet, 12 M. lang und geht vom Eam-bray über St. Quentin, an zwei Stellen unter der Erde durchgeführt(eines dieser unterirdischen,Gewölbe ist I M. lang und kostete allein