Band 
Zweiter Theil.
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Rußland.

Kalmükken und Tataren als Weideplätze dienen. Hin und wieder nur er-hebt sich die Ebene zu Hügeln, noch seltener ist Fels (Sandstein und Kalk)sichtbar. Die großen Salzmoore bestehen aus einem bodenlosen sal-zigen Lehmschlamme, der zum Theil auch bei 30° Kälte nicht gefriert(vor einigen Jahren kam eine Heerde scheu gewordener Pferde, 2000Stück, darin um), ohne alle Vegetation, nur am Rande mit Salz-pflanzen bedeckt. Viele Salzsee», unter denen derSakryzki sche zwi-schen den beiden Steppenflüffen Useen, jährlich über 1 Mill. Pf.Salz liefert. Die E. sind, außer den Russen, Kosaken, Kondu-rowsche Tataren, theils ansäßig, theils als Nomaden, Nogaier,ebenfalls ein zum Theil nomadisirender Tatarenstamm, und die B n-kaischen Kirgisen, 12,000 Kibitken (Zelte), d. h. Familien, stark,welche sich seit etwa 30 Jahren zwischen der Wolga und dem kleinenUseen niedergelassen haben (1829 konnten sie nur mit Gewalt vonder Rückkehr in die östliche Steppe jenseits des Urals abgehalten wer-den) und etwa 4 Mill. Schafe, 1 Mill. Pferde, ^ Mill. Kamele,200.000 Rinder besitzen. Die Kalmiikken wohnen an der Ostseiteder Wolga. Sehr wichtig ist der Fischfang in der Wolga, er beschäf-tigt über 20,000 Menschen, die zum Theil aus weiter Ferne herkom-men. Auch im Ural fängt man jährlich gegen 10 Mill. Pf. Hausen,Störe und Seewrugen, von denen eine große Menge Kaviar bereitetwird; jedoch nimmt der Fischfang im Ural, weil die Mündung desFlusseS immer mehr verschlammt, so daß die großen Fische dadurch ab-gehalten werden, immer mehr ab. Der Sommer ist sehr heiß, aberder Winter dennoch strenge. In den Steppen wächst häufig Süßholz;hier lebt der wilde Esel, aber auch die Zugheuschrecke.

Astrachan auf einer Insel der Wolga, 6 M- vom Kaspischen See,40,000C-, Tataren, Vucharen, Kalmücken, Armenier, Perser, Kaukasierund Hindus. Regelmäßige, breite und schöne Straßen. Hafen u. Schiffs-werft. Erzbischvf und Armenisch. Bischof. Unter den gvttcsdicnstlichcnGebäuden sind 23 Griechische, 2 RLm. kathol., i Luther., 4 ArmenischeKirchen, 26 Moskecn und einige Hindutempel (Pagoden). SchottischeMissionsanstalt. Wichtiger Handel mit Asiatischen Völkern. Starke Fi-scherei, Wein-auch etwas Seidenbau; Scehundsfang. Chagrin-, Saffian-,Seiden- u. a. Fabriken. Dabei Ghilan, ein von Persern bewohntes Dorf.Eine Meile oberhalb Astrachan a. d. Wolga liegt Lalmnck Basar d. h.Kalmücken Markt, ein Ort, an welchem starker Verkehr mit den Nomadender Steppe getrieben wird, wo Tataren, Kalmücken, Iirkassier, Armenier,Truchmenen und Russen Tauschhandel treiben- — ttralsk am mittleren Ural,i8,oo»E- Am Ural ist die sogenannte Linie, d- h. eine Reihe großer undkleiner Kosaken Dörfer, Stanitzen, zwischen denen in Iwischenräumen vonetwa §M. Kosakcnpvsien stehen, um den Einfällen der Rirgisen zu wehren.Man zählt unter den Uralischen Dosaken bis zum Jlek (dort beginnt dieLinie der Orenburgschcn Kosaken) etwa 15,000 männliche Personen, die inKricgszeitcn 5000 Mann stellen müssen; 1500 Mann sind beständig imDienste am Ural, eben so viel in anderen Gegenden des Reichs. Sie allein