72
Türkei.
fällt nach N. zn allmälig zum Save-und Donauthale hinab, und erreichtdiese theils noch in eigentlichen Bergen, theils im unebenen Hügel-lande; ja ein Urin, der sich längs dem Schwarzen Meere hinzieht,zwingt die Donau sich gegenN. zu wenden, um im Flach- und Sumpf-lande ihre Mündungen zu finden. Ruch nach S. hin geht das Hoch-land fort, schließt hier aber zwischen seinen Zweigen einige Ebenen insich, wie das mittlere Rumili, Mazedonien und Thessalien. An derGränze Siebenbürgens sind die rauhen Karpatcn (vergl. Ungarnund Siebenbürgen), nicht weniger »eintiefen Schluchten zerrissen, un-wegsam, dicht bewaldet, 6 bis 7000 F. hoch, ziemlich steil abfallend,so daß zwischen ihrem Fuße und der Donau ein ansehnliches Flachland,zum Theil Morastebene, liegt. Es giebt nur ein großes Stromgebietin der Türkei; alles Land im N. der Hanptbergkette gehört der Do-nau an. Diese berührt das Türkische Gebiet von der Mündung derSave an; bei der Czerna tritt sie, nachdem sie schon 25 M. von denKarpatcn und den Türkischen Gebirgen ihres S. Ufers eingeengt wor-den, durch das Felsenthal Demirkapi völlig in Türkisches Gebietüber, crwkitert sich bis zn einer Breite von oft mehr als einer Meile,bildet eine Menge flacher Inseln und theilt sich schon von ihrer nörd-lichen Beugung in mehre Arme, die ein beträchtliches Gebiet einschlie-ßen nnd bildet 12 M. vor ihrer Mündung ein Delta, durch welches siein 7 Armen (deren einer Kedrille oder G eorgi e w sk o i die Gränzegegen Rußland bildet) ins Meer strömt. »Ihre Nebenflüsse sind vonS. her: die Save oder Sau, welche die Unna, den WerbaS, dieBoßna und Drina aufnimmt, dieMorava, derJsker, Wid(Sercsgu) und die Jantra; von R. her fließen in dieselbe: derSchiul oder Schyl, die Aluta, der Ardschisch, dieJaloniha,der Sered nnd der Pruth (Gränzfluß gegen Rußland), welche alleihre Quellen in den Karpaten, meistentheils auf Österreich. Gebiete,haben. Südlich vom Hanptgebirge ist die Mari ha der bedeutendsteFluß, welche vom Balkan, demStrandschea Gebirge (längs derKnstedes Schwarzen Meeres) und dem DeSpoto eingeschlossen ist und zumArchipelagus fließt, der auch den Kar äsn, die Struma mit demEgrisn und den Barbar, welche vom nördlichen Gebirge kommen,die Bistritza, den Karasn und Salambria, die auf dem südli-chen Gebirge ihre Quellen haben, aufnimmt. Zum Adriatischen Meerefließt die Narenta und der D rin, beide vom nördl. Gebirge kom-mend, von O. her aber die Wojussa und der Aspropotamo, deri» seinem unteren Laufe Gränze gegen Griechenland ist. KünstlicheWasserstraßen giebt es so wenig als eigentliche Landstraßen; letzteresind in den Gebirgen oft die trocknen Wetten der Flüsse, höchst gefähr-lich bei plötzlich einbrechenden Regengüssen. Die Zahl der Landseenist nicht groß, namentlich ist am Fuße des Hauptgebirges kein einziger,während sie an nnd in den Alpen so häufig sind. Durch den einender 6M. langen Ramsin Seen nimmt der S. Arm der Donau sei-nen Abfluß; am unteren Prnth ist der Bratctsch, ZM. lang; süd-licher zwischen der Donau und dem Meere sind noch einige Seen; inMazedonien ist der Qrfan, 2 M. lang, der Beschik, 3 M. lang,