Band 
Zweiter Theil.
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Türkei.

zen. Schöne Pferde in den nördlichen Provinzen, Kamele ineinigen Gegenden von Rumili nnd Bulgarien, Esel nndManlcselsehr viel, wichtig ist fast allethalbcn die Rindviehzucht, nicht we-niger die Schaf- nnd Ziegenzucht, auch Schweine ziehen die nördl.Provinzen in Menge, Wild allethalbcn, auch der Muflon soll inS. noch vorkommen, so wie in der Wlachci der Au er ochse und aufden Karpaten die Gazelle; aber an Bären nnd Wolfe» ist eben-falls kein Mangel nnd auch der Luchs findet sich. Unter dem wildenGeflügel ist der Reiher an der Donan zu bemerken. Die Fische-rei wird nicht sehr stark getrieben; Bienenzucht ist in Mazedo-nien, besonders in Serbien, in der Moldau und Wlachei höchst be-deutend, Seidenbau ist in den südlichen nnd östlichen Provinzenin S. des Balkan; auch KermeS findet sich inS.; Heuschreckensind bisweilen Landplage. Daß Metalle in dem Lande nicht fehlen,lehrt schon das Alterthum; aber Mangel an Bergwerkskunde nnd Des-potismus verhindern den Bergbau; nur wenige Gruben am nördlichenHauptgcbirge werden bearbeitet und liefern Gold, Silber, Blei,Eisen, Kupfer und Schwefel; viele reiche Erzgänge bleiben un-beachtet, so wie überhaupt die Schätze des Mincralreichs nicht gehörigbenutzt werden. Stein- und See salz wird in Menge gewonnen,auch Salpeter; daß die ausgedehnten Gebirge noch manchen Schatzan Marmor, Alabaster und anderen nutzbaren Steinartcn habe» werden,läßt sich bei der geringen Bekanntschaft mit dem Innern des Landeswohl erwarten. Mineralquellen sind zahlreich. Industrie ist freilich«» einigen großen Städten nicht unbedeutend, ja einige Kunstproduktedes Landes sind berühmt, aber die Mehrzahl der Einwohner lebt fastohne alle Gewerbe. Ackerbau und Viehzucht beschäftigen die meisten.Ausgezeichnet ist in einigen Gegenden die Gerberei (Saffian undKor-duan), Färberei (Türkisch Roth) und manche Arten von Metallarbei-ten (Waffen, Stahlwaaren), auch Seiden- nndBaumwollwaarcn ver-fertigt man sehr gut; alle übrige Industrie beschäftigt sich nur mitden unentbehrlichsten Bedürfnissen. Der Verkehr im Innern ist we-gen Unsicherheit und Mangel au Landstraßen gering, und wird in Ka-rawanen getrieben, sehr wichtig dagegen der Handel in den See- nndGränzstädten, obgleich auch hier die Furcht vor dem Despotismus derRegierung sehr nachtheilig wirkt. Griechen nnd Armenier sind eS fastallein, die den Handel treiben, aber der eigentliche Seehandel ist mei-stentheilö in den Händen der übrigen Europäischen Nationen, jedochbesitzen die Griechen auch eigene Schiffe. Bei der geringen Industriesind die meisten Gegenstände der Ausfuhr rohe Producte: Baumwolle,Getreide, Taback, Häute, Wolle, Seide, Wein und Hausthiere; da-gegen liefern alle Europäischen Länder Fabrikwaaren. Seeräuberci derKüstcubewohner der westlichen Küsten und der Inseln war selbst vordein Kriege nicht unerhört. — Die E., deren Zahl sich übrigens schwerbestimmen läßt, und auf 7 bis 12 Will. angegeben wird, sind nachden Hauptstämmen Türken, Griechen und Slaven. Die Tür-ken, etwa 3 bis 4Mill., ein Tatarisches Volk, sind als Eroberereingedrungen, Beherrscher des Landes, und in Civil- und Militair-