Band 
Zweiter Theil.
Seite
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Nomanicn.

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und Neapel; prachtvoll ist dcr Anblick dcr Stadt aus dcr Ferne mit ihrenunzähligen Kuppeln undMinarcts, aber im Innern findet man eineOricn-talische Stadt, d. h. sehr enge, krumme und schmutzige, größtcnthcils un-gepflastertc Straßen, höchst uneben, mit elenden Hütten neben großen Pal-lasten, Mvskecn und Hospitälern, das größte Menschengewühl in einzelnenTheilen, z. B. am Hafen, und öde Plätze, wo Räuber und herrenlose Hundeden Wandcrer überfallen, Felder und Trümmer des Alterthums oder neuererBrandstätten, denn nicht selten legt eine Fcuersbrunst Tausende der hölzer-nen Hütten in Asche (1826). Merkwürdig sind die Mauern dcr Stadt,mit 518 Thürmen besetzt, ein Bauwerk des Kaiser Thcvdosius, aus Back-steinen und Quadern aufgeführt, an dcr Landscitc doppelt, oft dreifach,durch einen 25 F. breiten Graben geschützt, zum Theil aus den Trüm-mern zerstörter Kirchen und Denkmäler erbauet und daher voll alter In-schriften , aber an vielen Stellen ganz zerfallen. Ehemals gab es 43 Thore,jetzt nur 28. Dcr merkwürdigste Theil dcr Stadt ist die äußerste Spitzederselben am Meere, das Scrai, d. h. Schloß, von den Europäern dasSerail genannt, von hohen Mauern und Thürmen eingeschlossen, dessenäußerstes Thor die hc>hepforre genannt wird, eine Benennung, worunterman gewöhnlich die Regierung selbst versteht, da auf dem ersten Hofe derPallast des Großwcssirs ist. Es schließt mehre Hofe, Gärten, Mvskecn,den Pallast des Sultans, des Großwcssirs und unzählige andere Gebäudein sich und wird von einigen Tausend Menschen bewohnt. Die Haupt-moskee der Stadt ist die herrliche ehemalige Sophienkirche (Agia Sofia),270F, lang, mit einer prachtvollen 1V0§. weiten 180F. hohen Kuppelmit 17» Marmor-, Granit-, Porfyr- u. a. Säulen, vom Kaiser Iustinianim VI. Jahrh, erbauet. Noch schöner fast ist die Moskee (Dschamie)Sulemanje, 1550 erbauet, ein Meisterstück Orientalischer Baukunst mit13 Koppeln und einem 70 Schritt langen Vorhofe, dcr von einer Hallemit 51 antiken Porfyr- und Granitsäulen umgeben ist und die MoskeeAhmedidje, 1608 erbauet, reich geziert mit 6 Minarets (alle Mvskecnhaben sonst nur iMinarets). Die Moskee Vnlidch ist inwendig ganz mitFavcntc bekleidet. Außer diesen giebt es noch 481 Mvskecn*) und über5ov Ncdscheds (Vcthäuser), von denen noch manche durch Schönheit sichauszeichnen und prachtvolle Grabmäler (z. B. das in welchem SultanMarao in. mit seinen 17 Hingerichteten Söhnen ruht), Spciseanstaltcn

*) Alle Muhamedanischen Gotteshäuser sind im Innern sehr einfach, ohnealcn Schmuck. In dcr Richtung nach Mekka ist eine Nische, in welcherdir Koran zwischen brennenden Wachskerzen liegt; daneben eine niedereKanzel für den Jmam (in den Dschamie» eine höhere Kanzel, auf wel-cker der Chatib das Gebet für den Sultan verrichtet und eine Tribune fürleckern) ; an den Wanden sind Sprüche aus dem Koran, auch wohl Ara-besken und Glaslampcnz der Fußboden ist mit Teppichen und Matten be-deckt. Ein Hofplatz von Platanen, Pinien und Aipresscn beschattet um-gebt gewöhnlich die Dschamie».