Band 
Zweiter Theil.
Seite
101
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Einleitung.

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Die Bergketten streichen mehr in der Richtung der Parallelkreise (von O.nach W.), als der Meridiane (von S. nach N.), und die Strömefolgen nicht immer der Richtung der Gebirge, sondern die meistendurchbrechen vorn Hochlande herab ihre Schranken; einige bleiben vonden Bergzügen des Hochlandes selbst eingeschlossen und erreichen dasTiefland nicht, sondern bilden zahlreiche Seen. (Nach v. Humboldt'Sneuesten Forschungen wird Hochafien von O. nach W. von vier großenBergsysteme» durchschnitten: dem Altai, Thianschan (etwa unter42° R.) Küenlün (etwa unter 35-1° N.) und Himalaja. Zwi-schen dem Altai und Thianschan ist das Flußgebiet des Ili und derSee Balkaschi; zwischen dem Thianschan und Küenlün die der FlußIarkand oder Hiarkan und der See Lop; zwischen dem Küenlünund Himalaja das höchste Hochland Asiens, der See Tengri oderTerkiri und die Duellen des Indus und Ganges.) Der Boden derHochländer ist in der Regel Steppe, stark mit Salz durchdrungen;daher enthalten auch die Seen in derselben und viele kleine Flüsseund Bache Salzwasscr; der höchste östliche Theil derselben ist einegrauenvolle Wüste mit rauhem Klima, langen Wintern, von furcht-baren Stürmen heimgesucht, ohne Einwohner, ein Schrecken der durch-ziehenden Karawanen. Das größte Hochland ist das sogenannte Mit-tel- oder Hochasien, welches Tibet, die Mongolei, Kalmükkei und an-dere Chinesiscke Provinzen begreift. ES ist uns in seinen einzelnenTheilen noch sehr wenig bekannt; aber so viel wissen wir, daß es inseiner östlichen höchsten Erhebung der obigen Schilderung entspricht.Unbedeutend erscheinen von seinem Innern aus die N. Gebirge, welchedie Stufen zum Tieflande hinab bilden, der Altai, dessen Fort-setzungen in W. Ulutag, in O. Changai und Chingan beißen,die aber vom Tieflande betrachtet von ansehnlicher Höhe (6 bis7000 F .) erscheinen. Nicht anders scheint es sich mit den westlichenGebirgen, dein Belnrtag, zu verhalten. Größer ist die Scheide-wand, welche die Natur gegen die südlichen Tiefländer setzte. Hiererhebt sich das höchste Gebirge der Erde, der Himalaja oder Himal-lch, über 26,000 F. hoch, der sich in W. au den Hindukusch, inO. an die Chinesich Hinteri irdischen Gebirge anschließt. Einähnliches Bergland befindet sich an der Ostseite Hochasiens, das unbe-kannteste von allen. Zum Theil fallen diese Gebirge, besonders in O.,steil zum Tieflande hinab und schließen sich unmittelbar an das Flach-land an; die übrigen stufen sich allmalig ab, oder ziehen als niedrigeWergländer und Hochflächen fort. Tief nach N. und O. hin erstrecktsich SaS nördliche Gebirge nach Sibirien hinein und erreicht in einzel-nen Armen den östlichen Ozean und das Eismeer, während es inNW. sich in unendliche Steppen (Westsibirien) verliert, die nach demEismeere zu in grundlose Morastflächen übergehen. Sehr bedeutendeBergketten laufen in parallelen Reihen von SO. Gebirge nach S.hinab durch die Hittterindische Halbinsel, und in den zahlreichen Inselndes benachbarten Meeres erblicken wir vielleicht nur Trümmer einesgroßm GcbirgslandeS, welches einst zu dem gewaltigen Gcbirgssystemediese; Theils von Asien gehörte. In SW. macht der Hindukusch