Einleitung. 105
Theil des Seehandcls ist in den Händen der Europäer; Landhandelkann nur durch Karawanen getrieben werden. Land bau wird iirvielen Gegenden mit dem ämsigsten Fleiße und möglichster Zweckmäßig-keit getrieben. Hochasten ist, so wie die westlichen Steppe», von No-maden bewohnt, die aber nicht ganz ohne Kunstfertigkeit nnd zumTheil nicht ohne einige Bildung sind. Dagegen Hausen in einigenGebirgen rohe Stämme, die nur auf Raub und Plünderung ausgehenund im N. leben die elendesten Jäger- und Fischervölker. Die ver-breitetsten Religionen sind die Buddhistische, Brami irische, La-maische und Muhamed an isch e. Christenthum ist bei einigenVölkerschaften seit alter Zeit. Sibirien kennt nur Schamanen-dienst.— Seit Jahrtausenden finden wir in Asien nur absolutenDespotismus in der Verfassung, daneben bei den Nomaden diesogenannte patriarchalische Verfassung, bei einigen Völkernstrenge Aristokratie, nirgend eine gemäßigte Monarchie,nirgend einen selbststandigen Bürgerst an d; jedoch wußten gewöhnlichPriester selbst die DeSpote» durch schlaue Religionsgesehe in Abhängig-keit und sich im höchsten Ansehn zu erhalten. Asien ist wahrscheinlichdas Stammland fast aller Europäischen Nationen: Große Schaarenvon Nomaden überschwemmten von Zeit zu Zeit Europa (Hunnen imV., Mongolen und Tataren im XIII. und XIV. Jahrhundert), aberaußer den Türken vermogte keins dieser Völker dauernde Herrschaftdaselbst zu gründen, dagegen haben Europäer in Asien seit 3 Jahr-hunderten hohe Macht erlangt, nachdem schon dieKreuzzüge und früherRömer und Griechen Beispiele Europäischer Staaten in Asien auf-gestellt hatten. Portugiesen herrschten im XVI. Jahrh. Hol-länder im XVII. Jahrh, in Indien; diesen folgten im XVIII. Jahr-hundert die Britten, deren Einfluß sich jetzt auf ganz S. Asienerstreckt. Seit dem XVI. Jahrh, hat Rußland ganz N. Asien sichunterworfen. Ost- und Mittelasien ist dagegen den Europäern ganzverschlossen geblieben und noch jetzt größtentheils unbekanntes Land.
Chinesisches Reich.
Es reicht vorn Belurtag, 86° O., bis an das östliche Weltmeer,1K2°O.; die Länge also — 750 M., und die Westgränze hat Mit-tag während die O. Küste schon 5 Uhr zählt. Die S. Gränze ist —20° N., die N. Gränze — 56° N.; die Breite also — 540 M. InS. dauert der längste Tag 13^ Stunde, in N. 17-L St. Flächeninhaltetva — 250,000 Q.M. Sibirien, die Tatarei, Kabulistan, Indienund der O. Ozean sind die Gränze dieses Staatscolosses, der an Volks-uunge alle Reiche der Erde übertrifft, und an Größe nur dem Russischen^ nachsteht, über dessen Bevölkerung und innere Verhältnisse aber wirsetr im Dunkeln sind. Einige nehmen 179, andere 207, Andere2L4, ja mehr als 300 Will. E. an. Schon seit mehr als 2000 Jah-rca besteht ein Chinesisches Reich, das sich freilich damals auf das ei-gentliche China beschränkte. Viele Kriege wurden mit den bcnachbar-