Band 
Zweiter Theil.
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Chinesisches Reich.

tcn Mongolen geführt und mehr als einmal ward das Land diesenunterworfen oder getheilt. Die jetzige Dynastie stammt ans dem Volkeder Mantsehn Mongolen, die 1644 dak Reich eroberten. Erstseit dieser Zeit ist der größte Theil der jetzigen Provinzen nnd tribut-pflichtigen Länder dem Chinesischen Reiche unterworfen. Der jetzigeRegent (Chnandi) Tara Knang oder Dar Gouang regiert seit1820. Die Verfassung des Landes ist nnnmschränktcr Despo-tismus, der vom Fürsten wie von allen Staatsdicnern geübt wird,der sich auf die geringsten Kleinigkeiten erstreckt und bei der großenOrdnung und pedantischen Pünktlichkeit in der Verwaltung, so wiebei der allgemein herrschenden Bestechlichkeit und Betrügerei der Be-amten viel lastender den Unterthan drückt, als die ordnungSlose Will-kühr im Türkischen und Persischen Staate. Die höchsten Staatsbehör-den sind 1) der G er ich ts h o f der regierenden Familie; 2) derRath des Innern, der die Reichsannalen führt, die Befehle desMonarchen bekannt macht und Gesetze vorschlägt; 3) der Rath derGelehrten. Unter diesen leiten sechs M i n i st e r i e » die ganze Ver-waltung des Staats. Vicekönige, welche die oberste CÜvil- nnd Mili-tairgewalt ausüben nnd immer aus dem Stamme der Mantschus sind,regieren in den Provinzen. Die ganze Staatsverwaltung und Justizist aufs genaueste geordnet und wird durch 9600 Beamte, Koangs,von den Europäern gewöhnlich mit einem Portugiesischen Worte Man-darins genannt, besorgt. Das Heer besteht aus drei ganz verschiede-nen Theilen 1) das Hauptheer in 8 Divisionen getheilt, die aus ei-gentlichen Mantschus, aber auch aus den Abkömmlingen derjenigenChinesen und Mongolen bestehen, welche sich bei der Eroberung desLandes zur Partei der MantschuS hielten — 200,000 Man». 2) DieGarnison von 450 Städten — 8 bis 900,000 Mann. 3) Die unre-gelmäßigen Schaaren der Nomaden im Hochlande — 100,000 Mann.Der grüßte Theil des HauptheereS besteht in Reuterei, ist schlecht be-waffnet und geübt und höchstens gegen Asiatische Horden brauchbar.Noch elender ist die Seemacht, die nicht einmal im Stande ist dieKüsten gegen Seeräuber zu sichern und meistentheils nur aus Kriegs-böten besteht. Die Staatseinnahme besteht zum Theil in Reis undGetreide. Die Ausgaben sind weit geringer, so daß jährlich ein gro-ßer Überschuß bleibt. Die einzelnen Theile des Reiches sind:

I. China (schina).

Größe — 70 bis 80,000 Q. M. Lage zwischen 20° 9' bis41^° R. B. Gränzen sind in W. und N. Hochasien, in S. Hinter-indien, in O. der östliche Ozean, der in N. den Busen von Koreaoder das Gelbe Meer (Hoanghai), in S. den Busen vonTonking bildet. Ein Riesenbau, ein unten 25 F. breiter, nach obenschmaler zulaufender, 20 bis 30 Fuß hoher, mit 10 mit 40 F. hohenThürmen besetzter Wall, dessen Seiten von Mauerwcrk zusammen ge-halten werden, daher gewöhnlich Chinesische Mauer genannt, obengepflastert, und der über Berge (manche sind einige 1000 F. hoch),selbst über Flüsse, 300 M. weit fortgeht und schon 250 vor Christo