113
Chinesisches Reich. Tibet.
II. Tibet.
Die Große ist nicht zu bestimmen, jedoch zwischen 20—30,600Q-. M. anzunehmen. Wir verstehen unter Tibet (oder, wie es rich-tigzer heißen soll, Tüb e t) daS höchste Gebirgsland Asiens zwischen demHimalleh oder Himalaja in Suden, dem Mustag und Ken-twisse in N., welches sich an der N. Gränze von Indien vom Be-lln r tag und Hindukusch gegen SO. bis nach China hinzieht und diehöchsteStufe zwischen dem Indischen Tieflande und Hochasien ausmacht. Esbildet mehre Hochthäler (8 bis 10,000 F. hoch) zwischen den genann-ten Bergketten Das Himalaja Gebirge enthält hier die Riescn-gipfel Dawalagiri, gewiß über 26,000 F. *), Tschumula ri, viel-leicht eben so hoch, den Dschamatri, Dschawahir, Dhaibun,Tisch andragiri, und noch verschiedene andere über 20,000 F. hoheBerge. HochpLsse, z. B. der über dem Alpensee D eota l — 18,000 F,,der Hangoru n g paß — 14,000 F. führen über diese Gebirge, welchedurchaus ihrer natürlichen Beschaffenheit nach mit den Schweizer Alpenübereinstimmen, bis zu einer Höhe von mehr als 11,000 F. bewohntwerden und in denen noch bis 14,000 F. Höhe Ackerbau getriebenwird. Diele Seen, unter denen der Dschandro 30M. im Umfange,Terkiri 15M. lang, der heilige Manassarowar, der Rawun-rud, Quelle des Sudlutsch, 14 bis 15,000 F. hoch, zahlreiche Salz-seen. Fürchterliche Felsenwege, Schnee- und Eisfelder, Wafferfälle, un-ermeßliche Abgründe findet der Wanderer in diesem merkwürdigenLande, welches durch seine Bergpäffe, Indien, China und Hochasienverbindet. Alle Hauptflüffe von SO. Asien haben hier ihre Quellenund tausend kleine Berggewässer führen ihnen Verrath zu und schwel-len sie zu mächtigen Strömen an. In W. entspringt der Sindam R. Rande, während seine östlichen Nebenflüsse dem S. Rande dcSHimalleh entquellen, nur durch eine Bergkette von den Quellen desTzang Tsiu (gewöhnlich Tsampu genannt, der den Wui Tsiuund Jaro Zangbo aufnimmt und in Birma als Jrawaddi er-scheint) und Ganges getrennt, welcher letzterer am Berge Gangutriund zwar aus dem 21,000 F. hohen St. Georgs Glätscher an derS. Seite des Himalleh im Indischen Nepal hervorkommt. So wieder Sind den ungeheuren Wogen gegen W. macht, so der Tsampugegen SO., bis er die Bergkette im Chinesischen Hochlande durch-bricht, wie der Indus an der NW. Gränze von Kaschmir. Auch dieübrigen Hinterindischen Ströme, der Salnän, Menam undMekhong entspringen in Tibet und strömen nach langem östlichen Laufedurch das Hochgebirg der Chinesischen Provinz Jünnan zum Hinter-indischen Tieflande hinab. Der höchste Theil des Landes hat kahlen,dürren Boden und bietet zum Theil das Bild völliger Wüstenei dar,andere Gegenden sind fruchtbar und ämsig angebauet. Ein großerTheil Tibets hat rauhe Luft, längere Winter als Deutschland, wenig
*) Tlake maaß über 28,000EnglischeFuß, Andere 27,677, u.25,5?9 Engt. F.Lolger's Handb. 2r Thl. 3tc Allst. 8