Asien.
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Bäume, kein Obst, keinen Weizen. Das Klima ist in den Thälernsehr milde, der Winter aber auf den Gebirgen stets dauernd; sehr ge-sunde Luft, heftige Stürme, besonders lästig der dürre SO. Wind;Regenzeit im Sommer. Ackerbau wird, wo er nur möglich ist, ge-trieben, aber er allein kann die E. nicht nähren. Das Land bringtmancherlei Erzeugnisse hervor, aber die Producte Indiens sucht manhier vergeblich, nur die Thäler liefern Reis und Wein, sonst siehtman meistentheils nur die bekannten Europäischen Getreide- und Obst-arten. DaS Mineralreich enthält wichtige Gegenstände, edle undunedle Metalle, Salz, Edelsteine; in den Gebirgswäldcrnleben mancherlei wilde Thiere und Wild, unter den Hausthieren sindmanche besondere Arten, z.B. große Hunde, verschiedene Rinder-arten u. a. In den tiefsten Waldungen einer Provinz soll der Seru,daS bisher für fabelhaft gehaltene Einhorn leben. Besonders wichtigals Gegenstände des Handels sind aber folgende: Wolle der Berg-schafe, die in den höchsten Gegenden am feinsten ist; in einer Höhevon 8000 F. ist sie erst zu geringeren Shawls brauchbar; das seiden-artige Brusthaar der Bergziege, die sehr klein ist und äußerst grobesoberes Haar hat; beide Artikel werden nach Kaschmir verführt, wo siezu den kostbarsten Geweben genutzt werden; der Jak oder grunzendeBüffel, dessen Schweif aus langem seidenartigem Haare besteht undin Indien besonders als Putz, Fliegenwedel rc. hoch geschätzt wird;das MoschuSthier, Schwein, Pferde, äußerst geschickt im Er-klettern der Berge; Rhabarber, welcher dem Hochlande besonderseigen ist, Bezoar, Bergkristall, Borar, welcher sich als Krustein einem See ansetzt; Gold in großer Menge. Die Bevölkerung istnicht stark. Die E. scheinen Mongolischen Stammes und ihreSprache ist, wie die der Chinesen, einsilbig, hat auch manches mitjener gemein. Won Körper sind die Tibetaner schlank, dabei kräftigund, vorzüglich die Butaner, durch die rauhe Bergluft abgehärtet.Kleidung ist hier Wolle (daher starke Weberei) und Peljwerk, unddie Wohnung nicht eine Bambushütte, wie in Indien, sondern ge-mauert; so will es hier schon das Klima; die Nomadenstämme lebenfreilich auch hier unter Filzzelten. In Hinsicht auf wissenschaftlicheBildung, wie in der Industrie, steht der Tibetaner vielleicht höher,als der Chinese; es giebt Klöster mit ansehnlichen Bibliotheken; Vieh-zucht ist jedoch das allgemeinste Geschäft, wozu auch der Boden desLandes zwingt. Sehr bedeutend ist der Verkehr mit dem innerenHockasicn, Indien und China; Menschen, Schafe und Ziegen tragendie Waaren über die höchsten Bergpässe. Man rühmt die Biederkeitund Gastfreiheit der E. Merkwürdige Sitte der Polyandric. DieLamaische Religion ist herrschend. Der Oberpriester, Dalai Lama(Lama, Gyllong, Kutuchta sind verschiedene Benennungen derPriester), in welchem Fo (der Buddha der Inder, Schigemunider Mongolen, Samanakodom und Gaudma in Birma undSiam, Amidabut in Japan) wohnt, wird göttlich verehrt, und istseit der Mitte dcS XIII. Jahrh, zugleich weltlicher Regent, er-kennt aber die Oberherrschaft des KönigS von China, der in den Haupt-