Band 
Zweiter Theil.
Seite
119
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Chinesisches Reich. 119

40 M. von Kjächta an der Russischen Gränze entfernt, 7000E. Sitz dervl»ersten Priesters (Kutuchta) und eines Chinesischen Gcncralgouverncurs.— Maimarschin, durch einen Bach von der Russischen Stadt Kjächta ge-trennt. Handelsplatz von unbedeutender Größe, aber einziger Vcrbindungs-pu.nkt mit Sibirien. — Die Trümmer von Korakorum, Residenz desDsschingis Khan.—Ein besonderer Distrikt in N. der Chinesischen Mauersteht unter eigener Verwaltung und wird von Z Will. Chinesen bewohnt.Er dient zu den Jagdpartien des Chinesischen Hofes, der sich eine Zeit langimr Jahre in dem Schlosse zu Dschchol, das durch seinen großen und rei-zenden Park berühmt ist, aufhält.

In der ehemaligen Songarei, dem NW. Theile, zwischen dem Alraiin N. und dem Thianschan (Mussur und Dokda (!)ola) in S., ist derFluß Jli, der in den Dalkaschi See fließt, der See Alakkul oder Alak-rugul, in dem ein alter ausgebrannter Vulkan Aval Tubch (d. h. Insel-berg) sein soll; Quellen des Jenisei und Irrisch. Da der Stamm derS-ongarcn selbst seit 1756 durch die Kriege mit China fast ganz vernichtetist, so wird das Land meist von Colonisten aus anderen Provinzen undden 1770 aus Rußland zurückgekehrten Svngaren bewohnt. Hier findensich die Städte: Tarabachcai oder Tschugultschak, Lorgos, Guldscha,Ili, Bargol, Urumzi, Tungu u. a. Tschugultschak (Tschegucschak),etwa 70M. von Scmipalatinsk in Sibirien, hat etwa 600 Häuser, Guld-scha oder Rrildschi hat I0,oo» Häuser. Nach diesen beiden Städten, sowie nach Kaschkar (Kaschgar?) gehen von Scmipalatinsk aus RussischeKarawanen (unter dem Namen der Kirgisen, deren Häuptlinge sie fürdie ihrigen ausgeben), welche Vieh, Leder, Felle, Mctallwaarcn u. a.dorthin bringen und Thee, Seiden- und Vaumwvllwaaren, Silber, Por-zellan u. a. von dort holen— In der Lhoschocci, dem SO. Theile, dessennordl. Hälfte auch Tanguc heißt, ist die Stadt Scharschcu, d. h. Sand-stadt. Der mittlere Theil der Choschotei heißt Kokonor, wo der See gl.N. und die Quelle des Hvangho. Der südliche Theil, der hohe Ecbirgs-rand nach China zu, wird Sifan genannt.

Als einen besonderen Theil Hvchasiens, nennt man gewöhnlich dieKleine Lucharei, d. h. die SW. Ecke des Hochlands am Bclurrag undMusrag, der dies Land von dem Tatarischen Ticflande und Tibet trennt;rS ist seiner Natur nach aber durchaus nicht von jenem getrennt und ge-hört nach dem einheimische» Sprachgebrauch«! zu Turfan, welches bis zudem Lande Tangut reicht und einen großen Theil der Wüste in sichschließt. Es umfaßt das Gebiet des großen Iarkand oder-Zjarkan Flusses,der in den See Äop strömt. Hier sind folgende Städte: Hami, in NO.des Lvp, 20 Tagereisen, d. h. 80 bis loo M. nordöstlich von dem Chine-sischen Gränzpasse bei Sotschcu (am W. Ende der Chinesischen Mauer),zwischen zwei Wüsten, ausgezeichnet durch seine Früchte, besonders Wein-trauben. — Westlich davon (7 Tagereisen, nach Anderen so M.) liegt Tursan in einer obst- und gctreidereichen Ebene zwischen Gebirgen. — Süd.