Band 
Zweiter Theil.
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Asien.

IV. Kurdistan. Der SO. Abhang des Armenisch PersischenHochlandes, welches noch 4000 F. hoch ist und durch Gebirg und Thalzum südlichen Hügellande des Tigris abfällt, zwischen dem Tigrisund dessen Nebenflüssen K hab ur, Großen und Kleinen Zab undDiala. Baumwolle, Getreide, Reis, Wein und Gall-apfel (aus den großen Gebirgswäldcrn) sind Hauptproducte diesesfruchtbaren Landes; Will. Schafe und Ziegen gehen jährlichnach Konstantinopel. Das Klima in den südlichen Thälern und Ebe-nen ist sehr warm. Die Kurden, ein Tatarisches Wölk, sind rohund freiheitlicbcnd; sie wohnen meistentheilö in kleinen Dörfern, dieaus elenden Häusern bestehen; viele ziehen aber als räuberische Noma-den in den benachbarten Provinzen umher und haben nur im Winterfeste Wohnsitze. Sie sind alle M u h am e d a n e r. Ihre Häuptlingewählen sie selbst, und man kann das ganze Land als völlig unabhän-gig betrachten, wenn gleich der Pascha von Bagdad dem Namen nachdie Oberherrschaft hat und im Kriege gerüstete Mannschaft verlangt.Außer den Kurden wohnen in einigen Städten auch ChaldäischeChristen.

Die Spitze der Kurdenbcgs sind: Dschulamerk, Amadja, Sulei-manjeh, 20,000E.,*) Laratscholam und Zahn. Noch sind die StädteErbil (das alteArbcla) und Serr zu merken. Die ganze Provinz istReisenden fast unzugänglich und daher auch wenig bekannt.

V. Mesopotamien oder Dschesira, d. h. Insel, nämlichzwischen Enfrat und Tigris (Didscheleh), südlich von Armenienzwischen Syrien, der großen Wüste und Kurdistan, der südliche Abfalldes Armenischen Hochlandes, in N. daher voll hoher Gebirge, in S.Tiefland, zum Theil Sandwüste. In den Gebirgsgegenden sind schöneThäler, und die Ufer der Flüsse sind selbst in der Wüste fruchtbar.Der Tigris, welcher im höchsten Theile des Landes entspringt, undder Enfrat, mit verschiedenen Nebenflüssen im oberen und mittlerenGebiete, treten hier in das südliche Flachland ein. Ihre Ufer, so wiedie Berggegenden haben zahlreiche Städte und Dörfer; der Südwest-theil des Landes ist Sandwüste, sehr heiß, in der sich schon (April —Jun.) der Samum zeigt, während im nördlichen Hochlande (Z—4000F.hoch) noch rauhe Winter sind. Productc sind wie in Kurdistan. DieE. der Städte und Dörfer sind größtentheils Syrier (Nestorianischeund Jakobitische Christen), Armenier und Türken; in Wüstenund Gebirgen leben Kurden, Turkmanen und Araber als No-maden, oder auch im Winter in festen Wohnplätzen. Die EjaletS sind:

1) Diarbckv in einer fruchtbaren 4» Meilen langen Ecbirgsebcne am

*) Suleimanjeh heißt auch Nerkuk; nach Anderen wird es auch Schehr-für genannt, welches gewöhnlich als besonderer unbedeutender Ort ange-führt wird. Noch giebt es ein zweites Suleimanjeh oder Sindschanin N. Die politischen Verhältnisse dieses Landes sind zu unbeständig, alsdaß sich etwas Zuverlätzigcs angeben ließe.