Band 
Zweiter Theil.
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Türkisches Reich. Mesopotamien. Irak.

Lssgris, 40 —80,000 E. Sitz eines Jakobitifchen Patriarchen und Nestv-ri-anischen Erzbischofs. Lebhafte Industrie, Baumwollweberei, Saffianbe-re?itung, Gerberei; starker Handel mit den Landcsproducten. 800 Sabäer,welche die Sonne anbeten, leben in Höhlen. — Nördlich liegt unweit derQuellen des Tigris Maden, 6M. in S. des Eufrat, im Gebirge, wel-ches wichtige Kupfer-, Gold- und Silbcrgrubcn enthalt, daher beschäfti-gen sich die 10 — i2,oooE. besonders mit Gewinnung und Bereitung derMetalle.— Sirr, das alte Tigranoccrra, am Khabur, 3000L. Frucht-reiche Umgegend. — Rharpur und Sirverek, ansehnliche Städte.

2) Mossul mit der Stadt gl. N. am Tigris, 35,000 (120,000) E.Berühmte Baumwollwebcrcicn(Musselin).— Tilkiff, 5M. von Mossul.—r»unia, ein Dorf am Tigris, Mossul gegenüber, vielleicht das alte Ni-nive. — Mardin in einer durch Fruchtbarkeit ausgezeichneten Gegend,12,000 C. Sie steht unter dem Pascha von Bagdad. In der Gegend le-ben Sabäer. — Zwischen Mossul und ttissbin (1000 E.) im SindscharGebirge wohnt der Kurdische Stamm der Iezidis. Sie leben in Höhlenund verehren den Teufel, dem sie Opfer in eine unergründliche Höhlewerfen; sie sind im beständigen Kampfe mit den Türken.

3) Raka mit der Stadt gl. N. am Eufrat. — Lrsa, sonst Edessa,40,000 E. Wichtige Baumwollweberei, Gerberei. Citadelle mit altenKatakomben. PallastNimrvds (alteRuinen).— Harran, das alte Carrae.— Biredschik, Dir, am Eufrat, 3 bis 4000 E.— Das Gebirge Tor oderMidiad von Iakobicen bewohnt. — Lirkesia, das alte Lirecsium, amEufrat und Khabur.— A»a am Eufrat, der die Stadt theilt. Der amSW.Ufer bclcgene Theil ist Sitz eines Arabischen Emirs.

VI. Irak Arabi, eine weite Ebene (das alte Babylon undChaldäa), am unteren Eufrat und Tigris, die sich hier verei-nigen, dann den Namen Schat cl Arab bekommen, und den Ka-rasn und Kharun aufnehmen. Nur das Uferland ist fruchtbar;wo es an Bewässerung fehlt, ist bloßes Weideland, dürre Steppe, inW. deS Eufrat völlige Sandwüste. Die Ebene selbst ist in N. wah-res Hochland, vielleicht noch 2000 F. über dem Meere; aber auch nochAusläufer der Kurdische» Gebirge durchziehen den N. Theil dieser Pro-vinz. In O. ist das Persische Hochland Gränze. Das Klima ist sehrwarm und die Producte sind diesem gemäß; an Metallen fehlt esganz; Waldung findet sich nur in R. auf den Gebirgen, in der Ebeneist völliger Holzmangel; viele Erdölquellen. Unter den Hausthierensind vorzügliche Kamele und Büffel, auch weiße Esel und Bü-ck elochsen. Wichtig ist die Dattelpalme. Große Verheerungendurch Zugheuschrecken. Spuren alter Kanalanlagen zwischen bei-den Flüssen und noch jetzt in vielen Gegenden künstliche Bewässerung,die außerordentliche Fruchtbarkeit bewirkt. Die E. sind grö'ßtentheilsAraber, welche theils in Dörfern wohnen, theils Nomaden sind, fer-ner Kurden, Turkmanen, beide Nomaden, Syrer, Türkenund Armenier. Die Landessprache ist Arabisch; Türkisch reden