Band 
Zweiter Theil.
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Türkisches Reich. Syrien.

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de n Winter und kehren späterhin in die Wüste zurück. Sie ziehen Gewinnduirch die Beförderung derMekkakarawancn und heben Tribut von denDörfern. Die nördlichen Stämme allein zählen etwa 300.000Köpfe. Zurzweiten Klaffe derAraber gehören dieAhl el Schemal und südlicher dieA hl el Kebli. Ein Stamm empfängt oft von den Dörfern Tribut,zahlt ihn selbst aber wieder an mächtigere Stämme oder an die Tur-kiffchen Paschas und Häuptlinge der Distrikte, in denen sie weiden.D ie Freiheit dieser Beduinen gränzt an Anarchie. Jedes Lager hatseinen Scheikh, der ganze Stamm einen Oberscheikh. Wirkliche Ge-wollt besitzen die Scheikhs nicht, können aber durch ihre Persönlichkeitbedeutenden Einfluß erlangen; ihre Befehle werden verachtet, ihr Rathbefolgt. Sie sind Anführer im Kriege, leiten die Unterhandlungen,bestimmen die Lagerplätzr, bewirthen Fremde; sie erhalten keine Abga-ben, wohl aber den Tribut der Dörfer und Karawanen, müssen dage-gen sich freigebig beweisen; sie sind Richter, aber nur freiwillig folgendie Parteien ihren Aussprüchen und appelliren oft an die Rechtskun-digen (Kadis), die ansehnliche Sporteln erhalten (E des streitige» Ge-genstandes), welche der Gewinnende bezahlt. In schwierigen Fällenentscheidet der Oberrichter des Stammes oder ein Gottesurtheil durchein glühendes Eisen. Die Angesehensten bilden den Rath des Scheikhs.Jeder Araber hat einen Beschützer in einer anderen Familie, dem erseine Kinder anvertrauet, und dieses Schutzrecht erbt fort, so daß dieKinder die Enkel, die Enkel die Urenkel schützen. Fast kein Stammlebt mit allen Nachbarn in Frieden, aber der Krieg (meistcntheilsÜberfall und Plünderung) ist auch von kurzer Dauer, wie der Friede.Die gefürchtete Blutrache schützt den Stamm vor gänzlichem Unter-gang, denn Jeder hütet sich möglichst, einen Andern zu tödten. We-ben und gerben thun die Araber selbst; jedes andere Geschäft außerKrieg, Jagd und Viehzucht ist verächtlich; sie haben Hufschmiede undSattler, die aber stets aus fremdem Stamme sind und sich nur nritFreigelassenen verheirathen dürfen. Die Reichen haben Negersklavenund bezahlte Hirten. Das Gastrecht wird heilig gehalten, aber außer-halb seines Zeltes beraubt der Araber Freund und Feind. Die Pascha-liks sind:

i) Haleb, Aleppo, der nördliche Theil, theils Gebirge, theils Hoch-ebene, die im Winter bisweilen 5° Kalte hat. Das Gebiet des Paschaliksreicht in O. bis zum Eufrat.— Hauptstadt gl.N. am Kolk in fruchtbarerEbene, 1822 durch ein heftiges Erdbeben sehr mitgenommen, vorher 80bis 90,oooE., der Mehrzahl nach Türken und Araber; berühmt durch dieherrlich angebaueten Umgebungen. Sitz eines Griechischen Patriarchen undverschiedener Bischöfe. Fabriken und Handel sind höchst wichtig. MehreEuropäische Staaten haben hier Cvnfuls. — Ainrab im nördlichen Gebirge,20,00»E. — Skanderum, Alexandrcrce, kleine Seestadt, Hafen von Aleppo.— Aarakia, Anriochicn, ain Aast, 10,000E. Von der Herrlichkeit frühe-rer Zeit sind nur noch Trümmer und die große Stadtmauer übrig. DerHafen der Stadt ist an der Mündung des Aast, wo das alte Seleucia, jetzt