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Asien. Indien.
Völkerschaften, die nur einer Kaste angehören; aber diese Kasten habenmehr als 80 Untcrabtheilungen und eö herrschen dabei so verwickelteVerhältnisse, daß es schwer für den Europäer ist, von der ganzen Ein-richtung eine deutliche Übersicht zu bekommen. Die Hauptkasten sindn) Braminen, aus Bramas Haupte entsprossen, zu denen Priester,Gelehrte, Staatsbeamte und Lehrer gehören. Viele Braminen treibenaber auch Handel und machen die Agenten der Europäer. Sie sindan sehr strenge Vorschriften gebunden, dürfen z. B. kein Fleisch essen,genießen aber auch große Vorrechte und stehen in hohem Ansehen,zeichnen sich deshalb auch durch äußeren Schmuck aus. In manchenGegenden sind sie durch Sittenlosigkeit berüchtigt; da sie größtentheilsals Priester von den Einkünften der Tempel und den Geschenken derHindu leben, so sind sie es besonders, die den Bemühungen ChristlicherMissionairs entgegen streben, 0) Tschcttries, aus BramaS Schul-tern stammend, Krieger; zu ihnen gehören die Fürsten und die gan-zen Stämme der Marattcn und Rasbutten. c) Waisis, Kaufleute(Banianen), Landbauer (Gowassis), aus Bramas Bauche geboren,ck) SudderS, Künstler, Handwerker, Fischer, Tagelöhner u. a., dieaus Bramas' Füßen stammen. Jede Kaste hat bestimmte Pflichtenund Vorrechte, z. B. im Genuß gewisser Speisen, deren Übertretunggewöhnlich Werstoßnng aus der Kaste nach sich zieht. Außer diesengiebt eS noch einen Stamm, der von den übrigen als bloßer Auswurfbetrachtet wird, der weder in Städte», noch Dörfern wohnen darf, des-sen Umgang und Berührung jeder Andere flieht, die Parias, auchdurch ihre fast schwarze Farbe von den Übrigen unterschieden, aber, dasie an gar keine beschränkende Vorschriften gebunden sind, für Europäerals Diener, selbst als Soldaten sehr nützlich. Nicht allethalbcn wirdmit gleicher Strenge auf den Kastenunterschied gehalten und vieleStämme haben ihn gar nicht. Die Kleidung ist bei den Geringerensehr einfach, oft ein bloßes Tuch um den Unterleib; bei Reicheren ver-schiedene Gewänder, besonders die kostbare» Sbawls. Das BemalendeS Gesichts ist nicht ungebräuchlich. Die Wohnungen der Armensind elende Hütten von Bambus, die Reichen haben große massive Pal-läste. DaS Hansgeräth ist, wie bei allen Orientalen, sehr einfach,Reis ist Hauptnahrung, Wein und berauschende Getränke werden nurvon den Ausgearteten genossen, denn Mäßigkeit und Einfachheit istursprünglicher Nalionalcharakter. Sehr zahlreich sind die Bekennerdes Islam, unter ihnen selbst Fürsten des Landes; die Zahl derChristen unter den Eingebornen schätzt man auf etwa 15.000; außer-dem leben aber auf der Südspitze Dekans noch 13,000 FamilienSyrischer Christen seit uralter Zeit, in völlig freier Ausübungihrer Religion. Auch Römische Katholiken Portugiesischer Ab-kunft finden sich besonders in S. in ansehnlicher Zahl und stehen un-ter 3 oder 4 Bischöfen. Die Englischen Protestanten haben seit 1823ihren eigenen Bischof in Calcutta. Ackerbau, Viehzucht und Hand-werke sind allgemeine und sehr zweckmäßig betriebene Beschäftigungen;Bergbau, Jagd und Fischerei sind aber keinesweges unbekannt. Sehrwichtig ist der Handel, besonders zur See; schon im Alterthume