Vorderindien. Englisches Gebiet. 193
1) Bengalen — 4600 Q-M- 23^Mill. E- an der Mündung des Gan-ges und Bramapurra bis zum Garrowgebirge. Fast ganz Ebene, aus-gezeichnet durch Fruchtbarkeit. Am Fuße der Gebirge große Waldungenund schilfbcdecktc Sümpfe, die zur Regenzeit Seen werden- — Lalkurraam Hugli, einem Arme des Ganges, der ^M- breit ist, umgeben vonprächtigen Landhäusern; seit 1698 im Besitz der Engländer, damals einkleines Dorf, jetzt in der eigentlichen Stadt 78,800 Häuser, 197,OOOE-,mit den Vorstädten aber 7 bis 800,000 E-, in einer so bevölkerten Gegend,daß in einem Umkreise von 5M- über 2Mill. Menschen leben. Der vonetwa 8000 Europäern bewohnte Stadttheil Tschauringi ist regelmäßig, mitprachtvollen Gebäuden, aber die ganze übrige Stadt, die pelca, bestehtaus engen Straßen und armseligen Hätten. Sitz des Gcncralgouvcrneurs,der Regierung und eines Engl. Bischofs. Große Missivnsgcsellschaft durchdie jetzt über 5000 Hindu Kinder Europäischen Unterricht erhalten, Colle-gium zur Bildung junger Hindus, Muhamedanische hohe Schule, Stern-warte, hoher Gerichtshof, zwei Banken, zahlreiche milde Stiftungen, wich-tige Fabriken und blühender Handel. Geschützt wird die Stadt durch dasstarke Fart William, die wichtigsteFcsiungJndicns, in welcher derSitz derAsiatischen Gesellschaft, 1784 gestiftet, und einer Universität, eineKanonen-gießcrei und herrliches Zeughaus. In der Nähe liegt der große botanischeGarten und Barraekpur mit dem prachtvollen Landsitze des Gencralgvu-vcrncurS, der hiermit wahrhaftOrientalischcrPracht lebt. Das berüchtigteschwarze Loch, 1756.— In geringer Entfernung liegt die Dänische Nie-derlassung Serampur mit wichtiger Missivnsanstalt und Druckerei. DieStadt ist regelmäßig und dient selbst vielen Englischen Familien zum Auf-enthalt, aber der Handelsverkehr ist unbedeutend. — Die Französische Nie-derlassung Tschandcrnagrir ist noch weniger wichtig: die Stadt ist jedochhübsch gcbauet.— Murschedabad am Ganges, 165,000 E. Handel, Vaum-wvll- und Seidenweberei sind blühend.— Bei Nadschamahal (30,000E.)bildet der Ganges die letzten Wasserfalle, indem er aus dem Hügellandszu Bengalens Ebene übergeht. — Bei Malda die 3M- langen Ruinen deralten Stadt Gaur, unter denen noch eine herrliche Mvskee von schwarzemMcrmor.— Lossimbazar, 25M0E- Seidenweberei. — Tschinsura an ei-nem Arme des Ganges, 30,k>ooE. — Plassi, berühmter Sieg der Engl-1758.— Dakka zwischen Ganges und Bramaputra, 300,000 E. Die Ge-gend ist den Überschwemmungen sehr ausgesetzt, daher stehen die Häuserauf Pfählen. Berühmte Webereien, die besonders feinen Muslin liefernaber gegen frühere Zeiten sehr gesunken sind. Unter den E. sind vieleGriechen, auch Armenier und Portugiesen- I" der Gegend werden beson-ders viele Elefanten gefangen und in Dakka gezähmt.— Islamabad ander W-Seite des Bxngal. Busens, treibt Sechandel. Zahlreiche andereStcdtc Malda, purnea, Burdwan u. a. liegen am Ganges und dessenNelenflüsscn-
2) Bahar -- 2400 Q-M- ii Mill. E-, westlich von Bengalen, am San-
Solgcr's Handb. 2r Thl. 3te Aufl. 13