245
Ägypten.
Grenze mir durch eine sandige Erdznnge von: Meere getrennt sag derSee Mareotis, Wirket Marint, einige M. lang und mit reizen-den Ufern geschmückt, jetzt von einer Sandwüste umgebe» und selbstgrößtcntheilö versandet und bloßer Sumpf. Neben ihm in O. liegtder See Madieh, durch einen Kanal mit dem Nil verbunden, dender jetzige Pascha mit einem Kostenanfwand von fast 2 Will. Rthlr.vor einigen Jahren graben ließ Weiter gegen O. an der Küste istder See Edku, der noch größere Burloö oder BruloS und ander O. Gränze der Mensalch, 10M. lang, alle zum Theil nurSumpfe, und, wie andere Snmpsebencn dieser Gegend, nur währenddcS hohen Rilstandes mit Wasser gefüllt, durch verschiedene Öffnungenmit dem Meere verbunden. Reich ist besonders der Mensaleh, der imDurchschnitt nur 3F tief ist und mit vielen Sumpfinseln angefüllt,an Fischen und Wasservögcln; auch gewinnt man Salz anS seinemWasser. Südlich von ihm an der O. Gränze des Deltas ist der Pil-ger See, Birked el Hadsch, bei dem sich die nach Mekka ziehendePilgerkarawanc versammelt, und in der Wüste selbst der See Scheidund der Salzsee oder vielmehr bloßer Salzsumpf el Main leb, ehe-mals durch einen Kanal mit dem 'limbischen Busen und dem Nil ver-bunden, von dem man noch Spuren findet. In W. deö Nils, 8M.von ihm entfernt, am W. Ende eines 3 bis 4M. breiten sehr frucht-baren Thales der W. Berge ist der alte Möris See, Wirket elKarnn, 6 M. lang, salzig, mit einer Insel, durch 2 große in Felsengehauene Kanäle mit dem Nil in Verbindung. Die vielen kleinerenKanäle, welche die Gegend zwischen See und Fluß so fruchtbar undreizend machten, sind wie die Hanptkanäle selbst (der eine heißt Bahrbela Ma d.h. Fluß ohne Wasser) zum Theil wasserleer und verfallen.Vor Jahrtausenden mag der See durch ein Thal, auch Bahr belaMa oder el Farig genannt, welches am Ende der Bergkette gegenNW. zieht, mit dem Meere in Verbindung gewesen sein. Neben die-sem, 7 M. vom Nil entfernt, in einem Thale, die Wüste des heiligenMakarius genannt, sind die Natron See», auf "deren Bodendas verdunstende Wasser eine 2 F. dicke Rinde von Natron zurück-läßt. — DaS Klima Ägyptens ist natürlich sehr warm, in S. sind 38° R.nicht selten, jedoch ist die Wärme nicht zu allen Zeiten gleich undrichtet sich grö'ßtentheils nach den Winden und dem Stande des Nils.Dabei finden sich hier, wie überhaupt in vielen warmen Gegenden,nnverhältnißmäßig kühle und starkthauigc Nächte, die besonders derGesundheit der Ausländer höchst nachteilig sind.' Der Wind webtregelmäßig während eines JahrS aus allen 4 Weltgegendcn. EndeMais beginnt der kühlende Nordwind, der den Abfluß des Nilshindert, also sein Steigen befördert; er treibt zwar schwere Wolkenvom Meere her, führt sie aber ohne Regen den südlichen Gebirgslän-der» zu. Im September beginnt der Ostwind zu herrschen, und umWeihnachten fängt die stürmische veränderliche Zeit der Westwindean, die im Februar vom Südwinde verdrängt werden. Die letzterenarten in S. oft in den erstickenden Chamsin aus, der nur im Aprilund Mai sich zeigt. Regen ist in Oberägyptcu sehr selten, im Delta