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Afrika.
nur in den Sommermonaten nicht, aber im Winter sehr gewöhnlich.Erdbeben kennt Ägypten nicht, Hagelschlag verheert nie seineSaaten, aber andere Plagen hat es, die Pest, häufige Angen-krankheiten und Blindheit; auch Mäuse und Heuschreckenrichten bisweilen Verwüstungen an. DeS Landes Reichthum bestehtnicht in Gold, Silber und Edelsteinen; Metalle hat cS gar nicht;überhaupt außer Granit, Marmor, Natron, Salmiak, Salpeter, Thonwohl wenig nutzbare Mineralien; auch das Thierreich ist nicht ausge-zeichnet; außer den bekannten HauSthieren leben in den Wüsten Ga-zellen, Löwen, Schakals, Strauße; in Oberägypten das Kro-kodil, am Nil viele Geier, Störche (auch der berühmte Ibis),Reiher, das Ichneumon, viele Schlangen, Eidechsen u. a.keineswegs bedeutende Thiere; selbst die Hausthicre sind nicht beson-ders; aber sehr wichtig sind die Producte des Ackerbaues: Reis, Wei-zen, Zucker und Baumwolle sind die wichtigsten Handelsartikel,Wein, Indigo, Taback und Ölbäume werden immer mehr ge-zogen und mit Anpflanzung deS Maulbeerbaums zum Seidenbauist der Anfang gemacht, Waldungen giebt es gar nicht; man siehtnur kleine Gruppen von Palmen, darunter auch die DumPalmemit kleiner bitterer Nuß, Feigen mau lbeer- und Johannisbrot-bäumen, Tamarinden u. a ; Hülsen- und Südfrüchte, Me-lonen, Hirse (Durra) und Gemüsearten gedeihen herrlich, aberEuropäisches Obst ist schlecht. Die Papierstaude und die schöne,den alten Ägyptern heilige Lotuöblume wachsen noch jetzt hier.Ganze Schiffe voll Bienenkörbe gehen den Nil aufwärts zu denblumenreichsten Gegenden. Zu bemerken ist noch das künstliche Aus-brüten der Hühner in Öfen. — Die E. sind hauptsächlich Koptenund Araber. 1) Die Kopten sind die ältesten Bewohner des Lan-des, Nachkommen der alten, mit Griechen und Römern vermischtenÄgypter, und zwar Christen von besonderer Confession unter einem Erz-bischofe in Kairo; ihre eigenthümliche Sprache ist nur noch beim Got-tesdienste gebräuchlich. 2) Araber, theils als Ackerbauer schon mitandern E, vermischt, Fellas; theils als Nomaden unter eigenenScheiks und Emirs» wie in ihrem Waterlande, von Viehzucht undPlünderung lebend; theils als Mauren, MagrebinS, aus der Ber-bern eingewandert. 3) BarsbrqS, ganz in S. mit den Berbernverwandt. Außer diesen finden sich hier Türken, als Beamte, Sol-daten nndKauflcute, Armenier, Griechen, Juden, Negerskla-ven und Europäer. Die Zahl aller E. mag sich auf 2^ Mill. belau-fen. Arabisch wird allgemein gesprochen, in den nördlichen Handels-städten beim Verkehr mit Europäern auch ein schlechtes Italienisch;die Baräbras haben eine ganz eigene Sprache. Die Hauptbeschäftigungist der Ackerbau, der Kunstfleiß ist gering; neuerlich hat der jetzigePascha große Fabriken angelegt, die aber von Europäern und mit Euro-päischen Maschinen betrieben werden. Der Handel ist sehr wichtig, würdeaber blühender sein, wenn nicht der Pascha selbst der erste Kaufmanndes Landes wäre und die wichtigsten Handelszweige als Monopol an sichgerissen hätte. Die vorzügliche Lage daS Landes zum Verkehr mit drei