Band 
Zweiter Theil.
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265
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Biledulgerid. Westküste. 265

Biledulgerid.

Unter dem Namen Biledulgerid (biledulscherid, vcrgl. S. 257.),welcher Dattelnland bedeutet, begreift man den ganzen Landstrichzwischen dem Atlas und der Wüste; eine unbcbanete dürre Gegend,an manchen Stellen 80 M. breit, die sich von Marokko bis zur Gränzevon Tripolis ausdehnt und gleichsam das Borland der Wüste macht,in welchem sich die vom Gebirge strömenden Gewässer verlieren oderSalzseen bilden. Nur wenig Städte giebt es, reich aber ist die ganzeGegend an Dattel», die neben jeder Quelle und jedem Bache üppiggedeihen. Nomadische Air ab er, auch Berbern (Schillus) und wildeThiere sind außerhalb der festen Örter die Bewohner dieser sehr wenigbekannten Ginöde, die an manchen Stelle» noch herrliche Weideplätzeenthält und, wenn für Bewässerung gesorgt würde, sehr bewohnbarsein würde, so wie sie im Alterthume gewiß stärker bewohnt war. DerSand der Wüste scheint immer weiter vorzudringen und selbst denFlüssen in den Weg zu treten. In O. und von Marokko abhängig,liegen die Städte:

Tafilclr*), Versammlungsort der Sudan Karawanen, und Scdschel-mcssa am SiS, beide angeblich dem Sultan von Marokko unterworfen,Ivurgla zu Algier gehörig; die schon bei Tunis genannte Stadt Toser u. a.

Die Länder der Westküste.

Die hier gemeinten Gegenden erstrecken sich von der Saharabis zum CapNegro, 17° N. bis 16° S. Außer den: Atlanti-schen oder Äthiopischen Meere giebt es keine feste Gränze unddaher kann hier von der Bestimmung deS Flächeninhalts gar nicht dieRede sein. Die Länge der Küste beträgt gegen 900 M. Das llfcr-land dieser ganzen Strecke ist meistenthcils flach, von den Mündungenvieler Flüsse, zum Theil bedeutender Strome unterbrochen, aber weiterim Innern erhebt sich mehr oder weniger steil das Hochland, dessenBergzüge man in N. mit einem allgemeinen Namen Kong benennt,deren Zusammenhang und Richtung man aber noch wenig kennt, danur an einigen Stellen Europäer durch sie hindurch gedrungen sind.Nur an wenig Punkten tritt das Gebirge selbst bis zum Meere vor,so z. B. am Gap Sierra Leona und an der Ostseite des Busens vonWiafra. Der flache in einigen Gegenden 12 M. breite Küstenstrichist häufig sandig und unfruchtbar, aber große Strecken haben denschönsten Boden, und das Hochland im Innern ist keineswegs, wieman wohl ehemals annahm, eine Wüste; vielmehr haben neuereReisendedort Länder gefunden, die durch Waldungen, lieblichen Wechsel von

7 Nach neueren Nachrichten ist Tafilclt oder Tafiler nur Name einesLandes, in dem die Städte Shurland und Nogerurc oder Rc>grur.