266
Afrika.
Hügeln lind Thälern, so wie durch fruchtbare sorgfältig angebaueteFluren den reijcudstcii Anblick darbieten; so wie in anderen Gegendendie erhabensten Gebirgsszcne» den Beschauer fesseln. Die Höhe derGebirge ist unbekannt, Schnee hat man noch nirgend auf denselbenbemerkt. DaS Klima erreicht hier einen hohen Grad der Wärme, bisüber 35^ R., jedoch kühlt die Seeluft die Atmosphäre am Tage etwas,und im Innern mildert die höhere Lage deL Bodens die Hitze. Dasganze Jahr ist ein Wechsel der trockenen und Regenzeit, deren Ein-tritt und Dauer aber verschieden ist und sich nach den herrschendenWinden, der Richtung und Höhe der Gebirge und dem Stande derSonne richten. Im N. deS Äquators ist die Regenzeit vorn Maioder Juni bis Oktober oder November; in S. ist es umgekehrt.Wahrend der trocknen Zeit herrschen Ost winde, besonders der un-glaublich ausdörrende NO. Wind, der Harmattan, der in Ober-guinea gewöhnlich vorn December bis Januar weht. Der S. undSW. bringt dort die Regenzeit, die mit entsetzlichen Gewitterstürmen,Tornados, Travaten, begleitet ist. Für Europäer ist daS Klima,besonders bei Europäischer Lebensart und ohne die höchste Vorsicht,vorzüglich auf mühseligen Reisen inS Innere, sehr nachtheilig, daherbis jetzt auch die meisten kühnen Entdecker, die es wagten inS Innerevorzudringen, ein Opfer ihrer Anstrengungen geworden sind. -Viergroße Ströme sind uns auf dieser Küste bekannt: in N. der Sene-gal und Gambia, beide in neueren Zeiten bis zu ihrer Quelle er-forscht, inS. der K ongo oder Zaire (ßaireh) und Co anza (koanßa),beide in ihrem oberen Laufe unbekannt Im Innersten deö großenGuinea Busens kennt man noch die Mündungen einiger bedeutendenFlüsse, welche seit einiger Zeit die Aufmerksamkeit der Geographenauf sich gezogen haben, weil hier durch die Flüsse Nun (Forme so),Benin und Kalabar der Niger seine» Ausfluß hat. Auch diebeiden westlicher fließende» Wolta und LagoS sind nicht unbedeu-tend. Unzählige kleinere Küstenflüsse kommen außerdem von den na-hen Gebirgen. — Groß ist der Prodnctenreichthnm dieser Gegenden,jedoch verschieden von dem der bisher genannten Länder. EuropäischeHausthiere sind nicht von besonderer Art: der Hund verliert in Gui-nea sein Bellen, daS Schaf hat statt der Wolle bloßes Haar; dasPferd, welches nicht viel gebraucht wird, und das Rind sind nichtausgezeichnet. Ziegen sind in Menge, auch wilde Büffel giebt es;das gewöhnlichste Lastthier ist der Esel; daS Kamel ist hier schonseltener, der Elefant wohnt zwar in ganzen Rudeln in den Wal-dungen, aber nirgend ist er Hansthier, sondern er wird nur des Elfen-beins, in manchen Gegenden auch wohl des Fleisches wegen, gejagt.Die Afrikanischen Raubthiere, Löwen, Hiänen, Panther, Leo-parden sind hier alle in großer Zahl, neben ihnen aber auch einezahllose Menge Wild, Schweine, Hirsche, Antilopen, HasenU. a. Die großen Flüsse beherbergen Krokodile und Flußpferde,die Wälder viele Schlangen, darunter sehr giftige und die Riesen-schlange, Affen in ganzen Schaaren und eine unglaubliche Mengevon Vögeln, Papageien, Fasanen, Perlhühner und tausend