Band 
Zweiter Theil.
Seite
280
JPEG-Download
 

280

Afrika.

nicht so gut. Das Mineralreich ist wirklich arm zu nennen. Manhat Spuren von Eisen, Kupfer und Blei entdeckt, Bergwerkegiebt es aber schon des Holzmailgels wegen nicht; Salz gewinnt manaus kleinen Landseen und dem Meere reichlich. An der Küste werdenauch Wallfische gefangen. Die Zahl der E. vermehrt sich jebtschnell; 1798 betrug sie 62,000; 1807 — 73,600; 1818 —99,100;1822 — 110,000; 1827 — 120,000, unter denen über40,000Ho t-tentotten und 32,000 Malaiische und Negersklaven*). DieHottentotten leben völlig frei, gewöhnlich im Dienste der Colonistenoder auch als Soldaten, wenige sind selbst Landeigenthümer, die mei-sten aber Christen, wie denn überhaupt die Englischen Misstonsgesell-schaften hier mit großem Erfolge noch außer den Gränzen der Coloniesehr thätig sind. Seit 1600 besaßen die Niederländer (die Por-tugiesen haben hier nie Niederlassungen gehabt) das Land, welches siezuerst bevölkerten, daher ist die Mehrzahl der Anbauer HolländischenStammes und deren Muttersprache allgemein. Seitdem die Eng-länder 1806 die Colonie erobert und 1814 als völliges Eigenthumabgetreten erhalten haben, ist auch die Zahl der Colonisten und Beamtedieser Nation bedeutend geworden; auch Deutsche sind in ziemlicherAnzahl hier, so daß schon seit langer Zeit von Hannover aus für dieprotestantische Gemeinde der Hauptstadt ein Prediger hingesendet wird.Übrigens sind die meisten Holländer Resormirte. Unter der Eng-lischen Regierung blühet das Land schnell auf und der Anbau verbrei-tet sich immer mehr; die Gränzen der Colonie sind erweitert, der Han-delsverkehr freier (schon wird Weizen selbst nach England ausgeführt),der Weinbau veredelt, und Landbau und Viehzucht, die fast einzigenBeschäftigungen der E., verbessert.; selbst Malaien und Chinesenwerden angesiedelt, um den Bau Asiatischer Producte zu befördern;auch Seidenbau wird versucht. Fabriken fehlen fast ganz, die ge-wöhnlichen Handwerker sind jedoch vorhanden, obgleich die oft sehr ein-sam lebenden Colonisten für ihre meisten Bedürfnisse nur schlecht sor-gen können und bei dem Mangel an Kirchen und Schulen (da dieNiederlassungen des Hochlandes meilenweit von einander entfernt sind)in ziemlicher Rohheit leben; jedoch sucht man diesem Mangel immermehr abzuhelfen. Bemerkenswerth sind die zahlreichen und zum Theilsehr blühenden Herrnhutcrcolonien unter den Hottentotten. Wichtigist das Capland besonders als Zwischenstativu von Europa und Indien;daher starker Verkehr in dem Hafen der Hauptstadt. Selbst als Vor-bereitungsplatz der Europäischen Kriegsmacht für Ostindien, besondersin Rücksicht auf das Klima, ist diese Colonie nicht unbedeutend. Ein-theilung in 9 Landd rosteten außer der Capstadt, die aber i»neuerer Zeit einige Abänderung erlitten hat.

l. Die westlichste Provinz. 1) Der Lapdistrikt an der W-Küstevon der Falschen Bai bis zur Verloren Valley — 30-000 E. Hier ist der

) 1830 ergab die Zahlung nur 121,000 E-, aber man schätzte die wirklicheZahl der E. auf 140,000.