Kafernland.
283
selbst erhebt sich nach dem Innern zu und geht in eine von einzelnenBergzügen durchschnittene Hochebene über, mehr zur Viehzucht alszum Ackerbau paßt, ist aber an den Flüssen und am Meere sehrfruchtbar, hat reiche Weiden, aber wenig Holz. Die Wärme ist ander Küste noch bedeutend, so daß dort Zuckerrohr, Pisang undAuanaS gedeihen, aber die Nächte sind sehr kühl und das Innerehat überhaupt weit rauhere Luft. Die Regenzeit herrscht vom Octbr.bis März. Außerdem ist oft so anhaltende Dürre, daß selbst ansehn-liche Flüsse versiegen und Tausende von Hausthieren umkommen. DerElefant, das Nashorn, das Gnu, die Giraffe, das Zebra,Löwen, Gazellen und zahlreiche andere wilde Thiere bewohnen dieSteppen nud Berge; in O. ist auch das Flußpferd, oft hcerden-weis. AlsHausthier zieht man nur dasRind; K upfer und Eisenwerden gewonnen. Ei» Hanptstrcm findet sich hier, der Gariepoder Oranieuflnß, dessen beide Quellflüsse Nu Gariep aus S.und Ky Gariep aus N. im Lande der Hottentotten (42°O. 29°S.)zusammenströmen und nach einem Laufe von noch etwa 150M. ander W. Küste bei Cap Volta 8 münden. Die Abdachung des Hoch-landes geht also fast ganz nach W. In O. sind Küstenflüsse, derKy Umzumvobo (Seekuhfluß), Omvolossi, Pongolja u. a. dieauf der hohe» Gebirgskette, welche sich von S. nach N. zieht und dasGebiet desOranienflnsses von der O.Küste trennt, entspringen. SteileBergketten trennen diese östlichen Gewässer, welche an ihren Ufern denfruchtbarsten Boden haben; Waldungen, Gebirge, dürre Steppen,Sümpfe und reizende Thäler wechseln mit einander. Nördlicher kenntman noch die beiden gegen W. fließenden Steppenflüsse, den Krn-man und Moschowa, die sich wahrscheinlich im Sande verlieren;überhaupt haben die meisten Flüsse des Hochlandes in der trocknenZahrszeit kein Wasser und meilenweit findet sich oft keine Quelle. Esgiebt verschiedene Stämme der Käfern, deren jeder ein Oberhaupt hat.An der Küste wohnen die Konssa am Flusse Amcra, an der daLagoaBai die Makossen, weiter im Innern dieTambnkis an derGränze des Caplaudes, die Mambukis n. a. Stämme, die unterbeschränkten Königen stehen, unter denen sich der König Hinza durchLiebe zu Europäischer Cultur auszeichnet und in dem MissionsdorfeButterworth wohnt. Auch Wesleyville und Mount Cokesind neue Missionsdörfer im Kaferulande, so wie Morley im Gebieteder Mambukis. Weiter gegen O. und bis zur da Lagoa Bai ist inneuerer Zeit ein mächtiger Kafernstamm, die Zulas oder Vatwas,bekannt geworden, an dessen Spihe ein eroberungssüchtiger jetzt ver-storbener König, Tschaka, stand, der weit und breit die Völker sei-ner Macht unterworfen und selbst das Englische Gebiet bedrohet hat.Ganze Stämme sind durch ihn verjagt und gezwungen über ihre west-licheren Nachbarn herzufallen, so daß dadurch im Innern allgemeinerSchrecken verbreitet ist. Nach Tschaka's Tode ist ein neuer ErobererMcquabie, aufgetreten, der weit und breit seine Mordbrennerzügeausdehnt; dennoch sind auch hier, namentlich in PortNatal, Mis-sionen angelegt, die überhaupt im ganzen Lande nicht ohne Erfolg