Band 
Zweiter Theil.
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Sudan.

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mann, Burkhardt) seit 30 Zähren dieses große Land zu erfor-schen versucht, «der selbst der anfangs so erfolgreichen Kühnheit der3 letztgenannten Engländer ist es dennoch nicht gelungen den Schleier,der das räthselhafte Innere deckt, ganz wegzuziehen. Was wir wissen,ist dieses: Sudan bildet den Übergang von dem südlichen AfrikanischenHochlande zum Tieflande der Sahara. Der nördliche ebenereTheil un-mittelbar neben der Wüste mag 1000 bis 1200F. hoch sei»; immerhöher aber hebt sich der von Gebirgen durchschnittene Boden Und dassirdliche Land Mandara ist vielleicht schon zwischen 2 Und 3000 F. hoch.Dort beginnt das Hochgebirge, dessen westlichste Theile wir bereits indem vulkanischen Hochlande der Amboscr in Niederguinea kennen ge-lernt haben. Das Mandara Land scheint Fortsetzung des Senegam-bisehen KonggebirgeS zu sein, welches durch das Thal des Dschollibavon demselben getrennt wird. Nur den westlichen Theil kenne» wir;der östliche Theil von: 34°O. an ist noch von keinem Europäer betre-ten. Sudan ist ein von mäßigen Gebirgen durchzogenes fruchtbaresLand, hat große Waldungen, zahlreiche Ströme, ein sehr warmesKlima, dabei aber Nachts oft solche Kälte, daß das Thermometer un-ter ° fällt; großen Reichthum an den gewöhnliche» Afrikanischen Pro-dukte», besonders an Hausthieren; die Wälder sind von zahllosenRaubthieren, Wild und Geflügel bewohnt; Gold, Kupferund Eisen ist vorhanden. Ein großer See, wenigstens 59M. lang,der Tsad, ist (32°O.14°N) bereits entdeckt, aber seine O. Gränzeist noch unerforscht; zwei große Flüsse, der Shary (scher!) von S.und der Uaou oder Ieon (jeau oder jiau) von W. her fallen inihn; er enthält bewohnte Insel»; ob er Abfluß in O. habe und nochandere Gewässer aufnehme, weiß man noch nicht. Ein anderer, langeräthselhafter Strom ist der Niger (Dscholliba, Gülbi, Gut»,Quorra, Kowara). Er entspringt auf dem Senegambischen Hoch-lande, (8° O. 9° R ) 30 bis 40M. von der W. Küste entfernt, undströmt gegen NO. Etwa unter 15° N. und 20° O wendet er sich nacheinem Laufe von mehr als 250 M. gegen S. und strömt, wie die Ge-brüder Lander 1830 entdeckten, durch das Delta der Flüsse Nun,Benin und Kalabar in den innersten Theil des Busens von Gui-nea; vor seiner Theilung ist er über IM. breit. Er bildet in seinemoberen Laufe den See Dibbi oder Debo. Bon seinen Nebenflüssenweiß man nicht viel Gewisses; nach Landcr's Angabe soll ein Ausflußdes Sees Tsad sich mit ihm vereinigen. Zwar hat man verschiedeneandere Flüsse gefunden, z.B. den Quorrama, der gegen W. fließt,aber über die Verbindung derselben mit dem Niger ist man noch gänz-lich im Dunkeln. Dergrüße Raum in O. zwischen dem Tsad und dem LandeFür, eine Strecke von 130 M., ist völlig unbekannt. EinheimischeSagen reden von einem großcnSumpfsee Wangara; aber wo? Ebenso räthselhaft ist der Strom Misselad, der Bahr Kulla (Quolla,Quorra?), der in W. von Für gegenNW. durch das Reiche Borgofließen soll, der Fittre See, der Gazellenfluß (Bahr cl Gha-zal) u. a. Auf den S. Gebirgen muß auch der W. Hauptarm deSNils, der Bahr el Abiad oder Weiße Fluß seine Quelle» ha-Vclger's Handb. 2r Thl. 3te Aufl. 19