Band 
Zweiter Theil.
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Afrika.

ben. Die eigentlichen Bewohner des Landes sind Neger, aber Ara-ber (in O. die Schouä Nomaden) und Mauren haben sich vonN.und O. her eingedrängt und sind zum Theil Herren einzelner Länder.Die räuberischen Tuariks oder Sorgus der Sahara haben ihre La-ger selbst am oberen Dscholliba und belästigen die friedlichen Neger,stämmc; ja ein großer Theil der E., z. B. die Fellatas, sind offen-bar Mischlinge von Negern und Arabern. Der Reger zeigt sich hierals gutmüthiger, gastfreier Mensch, abergläubig im höchsten Gradeund roh, aber nicht unerfahren in Handwerken (man verfertigt schöneGoldarbeiten, webt und färbt baumwollne Zeuge, schmiedet Eisen, gerbtLeder, bereitet schlechtes Pulver u. a.), treibt Viehzucht, Ackerbau,(Reis, Hirse und Mais wird aus wohl bewässerten Feldern gebauet;auch Ananas, Datteln, Kokosnüsse und Feigen giebt es; Indigo undKaffee wachsen wild) und ausgebreiteten Karawanenhandel, so daßauf den Märkten selbst Europäische Waaren nicht unbekannt sind.Sklaven, Elfenbein, Gold, Gnru (Kolat?) Nüsse (derenBitterkeit das schlechte Wasser der Wüste angenehm macht), IndigoSalz, Wachs, Elfenbein, Reis, Hirse, Europäische Fabrik-waaren, besonders Flinten und Pulver, ferner Gummi,Straußfedern, O stindische Gewürze, Taback, Leinewand,Zibet von den in Haussa häufigen Zibetkatzen sind die vorzüglich-sten Handelsartikel; Dollars, Kauris*) und Jndigostücke dieMünze dieser Gegenden. Der Maur und Araber ist Mnhamedaner,aber auch viele Neger bekennen sich zum Islam und haben durch ihnwenigstens Schreibekunst, zum Theil freilich anck die Intoleranz des-selben kennen gelernt. In derProvinz Guber soll sogar ein Christ-liches Volk Koptischen Stammes sein. Juden hat mau in einigenStädten wirklich gefunden. Wir kennen schon eine Zahl von Reichen,aber meistentheils nur dem Namen nach, oder einige Städte (eS giebtderen viele und große, meistentheils nach Reger Weise gebauet, ausLehmhütten bestehend, mit Lehmmauern, auch wohl Erdwällen undGräben umgeben, von großem Umfange, aber schlecht bebauet, oft mitAckern und wüsten Plätzen im Innern) in demselben.

In N. des Sees Tsad liegt das sonst unbekannte Land 'Lauem, sei-ner natürlichen Beschaffenheit nach noch zur Sahara gehörig. — Westlichvon diesem See und am I>aou liegt das Reich Bornu, 10 bis 15° N.30 bis 35°O., angeblich mit 5 Mill. Einw., theils Neger, thcilSAraber.Ein Sultan, oder vielmehr dessen Scheik, regiert das Land. Letzterer istein Maur und hat ein zahlreiches Heer wohlbcwaffneter und geübter Ara-ber im Dienste. Die Residenz des Sultans, der gar keine Macht hat, istBirnie, 3 M. von der W. Küste des Tsad, mit 30,oooE. Der Scheik

*) In Dschcnna sind 200 Kauris — 1 Franc. Ein Kleid von Lelncwandkostet 2000, ein Beinkleid 1000, eine Sklave 20 bis 40,000, eine großeSteinsalzplatte 10 bis 20,000 Kauris; für 40 Kauris sättigen sich 4 Per-sonen in Fleisch.