Band 
Zweiter Theil.
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Vereinigte Staaten. Einleitung.

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heimathlichen Boden verdrängt und zur Auswanderung gezwungen;die meisten leben unabhängig in den gränzenlosen Wildnissen des In-nern und beunruhigen die Anbauer durch feindliche Überfälle, wennman nicht durch Geschenke und Verträge sie zügelt. Die Zahl allerIndianer betrug 1829 — 313,000 (nach anderen Angaben nicht ein-mal 200,000, während dagegen Andere 470,000 annehmen), von de-nen 175,000 in W. deS Mississippi, und nimmt immer mehr ab, sodaß manche Stämme dem völligen AuSsterben nahe oder schon ausge-storben sind. Diejenigen, welche Europäische Cultur angenommen ha-ben, vermischen sich mit den Colonisten und so wird wahrscheinlich derreine Indianer Stamm mit der Zeit ganz «ntcrgehn. Die Verwandt-schaft der Stämme unter einander ist noch nicht gehörig erforscht;ihre Sprachen sind sehr verschieden.

Erst seit etwa 200 Jahren gelang es den Europäern, hierfeste WohnpläHe zu gründe»; Engländer waren die ersten, welchesich auf der O. Küste in Virginien (1607) ansiedelten und ihre Zahlist immer die bedeutendste geblieben, wenn gleich späterhin Deutsche,Franzosen, Niederländer und Schweden ihnen gefolgt sind.Daher ist En glich die herrschende und Staatssprache des Landes, ne-ben ihr aber in ganzen Ortschaften und Distrikten Deutsch undFranzösisch einheimisch.*) Die Zahl der E. wächst theils durchinnere Vermehrung, theils durch Einwanderung ungemein schnell;1783 war sie - 3,250,000, 1790 — 3,900,000, 1800 — 5,300,000,1810 — 7,239,000, 1820 — 9 600.000, 1832 -- 13 Mill. (1830zählte man 101 Mill. Weiße, 2 Mill. Negersklaven, über 300,000 freieFarbige.) Unter ihnen sind 1^ Mill. Negersklav en, denn die Sklavereiist in den südlichen Staaten noch geduldet, wem: gleich der Sklaven-handel seit 1821 dem Seeraube gleich bestraft wird. Eine Staats-religion giebt es nicht; jeder Verehrer des einzigen wahren Gottes,also Christen, Juden und Muhamedaner, haben freie Reli-gionsübung, die Christen aller Sekten fast überall gleiche politischeRechte. Die Mehrzahl bekennt sich zur Englisch Presbyte ma-nischen Kirche, jedoch giebt cS gegen 1^ Mill. Methodisten,200,000 Baptisten, eine große Zahl Katholiken, Episkopa-len, Reformirte und Lutheraner (beide meistentheils Deutschein den nordöstlichen Provinzen) Quäker, Herrenhuter, Men-nvnitcn, llnitarier Socinianer und andere Christliche Sekten;Juden etwa 12,000**) Der Staat thut für Stiftung und Erhal-tung der Kirchen und Geistlichen wenig; die Sorge dafür liegt deneinzelnen Gemeinden ob, und Gotteshäuser und Prediger, letztere be-sonders mit aus Mangel an desfallsigcn Bildungsanstalten, fehlen

') Die Deutsche Sprache verschwindet besonders in den großen Städten immermehr vor der Englischen (unter 10 Deutschen Kirchen in Philadelphiahat sich die Englische Sprache bereits in 6 derselben eingedrängt); alleinnoch zählt man mehr als 500 blühende Gemeinden in Pcnnsylvanien,Maryland, Nordkarolina und Ohio, in deren Kirchen nur Deutsch geredet wird.

**) warden nimmt folgendes Verhältniß an: Resormirre BaptistenMethodisten Episkopalen und Lutheraner andere Sekten