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Nordamerika.
daher in dem noch weniger cultivirten Innern gar sehr; in den neuenStaaten muß jedoch in jeder Gemeinde ein bestimmter Theil derLänderei für Kirche uud Schule bleiben. Einen großen Einfluß aufdie Bildung des Volks haben unstreitig die Zeitungen, deren Zahl1755 — 37; 1810 — 358; 1830 — 827 war. Für höhere Bildunggeschieht in den alten Provinzen schon viel; eS giebt dort Universitä-ten, völlig wie die Englischen eingerichtet und zahlreiche Akademien(Bürgerschulen) und Collegien (Gymnasien); außerdem wissenschaftlicheVereine und Bibliotheken in den größeren Städten. Um Volksbil-dung steht es wie in England, meistentheilS schlechter, jedoch sind die
N. Staaten darin viel weiter als die südlichen, in denen überhauptkeine solche Regsamkeit und Aufklärung herrscht, wie in jenen. Inden Provinzen des Innern ist das Unterrichtswesen noch in ziemlicherKindheit; jedoch geht auch hier Alles mit schnellen Schritten zur Cul-tur fort und in Gegenden, wo vor 30 Jahren noch kein EuropäischerLaut ertönte, werden jetzt schon zahlreiche Zeitungen gedruckt und inwenig Jahren treten an die Stelle des Urwaldes blühende Städte mitdem regsamsten Verkehr. Die Hauptbeschäftigung der E. ist Land-wirthschaft, und mit jedem Jahre breitet sich der urbar gemachteBoden weiter gegen W. aus, aber sehr bedeutend ist daS Fabrik-wesen und der Verkehr im Innern, durch die zahlreichen Flüsse, durchKanäle und Landstraßen erleichtert, höchst blühend; der Seehandelwetteifert mit dem Englischen. Sehr wichtig ist die Fischerei, be-sonders derKabbeljau- und Wallsischfang; der Kabbeljanfang beschäftigt15,000 Menschen. Der Bergbau wird immer bedeutender und inden Seestädten ist starker Schiffbau.
Nur sehr langsam wurzelten die Europäischen Niederlassungen indiesem Lande, denn die ersten Anbauer fanden nichts als Wald rndMorast, ein rauhes Klima und unfreundliche Wilde; jedoch vermetrtesich die Zahl der Ankömmlinge, als Wilh. Penn, für eine Schrld-forderung seines Vaters von der Englischen Regierung einen weitenDistrikt Landes, in dem heutigen Pensylvanien, erhielt, wo er 1(81nach einem friedlichen Vertrage mit den Indianern eine Colonie grün-dete, in welcher Menschen jedes Landes und Glaubens eine Zustichtund die weisesten Einrichtungen fanden. Die Zahl der hier an der
O. Küste entstehenden Provinzen mehrte sich bis 1773 auf 13, dmndie Englische Regierung setzte hier zwar Statthalter ein, überließ dieColonien aber fast ganz sich selbst und ihrer selbstgewählten Verfassrngund daher stieg die Zahl.der E. schnell. Als aber 1765 das EnglicheParlament ihnen eigenmächtig neue Steuern und Zölle auflegte, sozeigte sich Unzufriedenheit, die 1773 in völlige Widersetzlichkeit ars-artete, so daß die Regierung mit einem Heere Unterwerfung erzwinienwollte. Da bildete sich 1774 und 75 der Verein der 13 Staaten, erkürtesich 4. Jul. 1776 für gänzlich unabhängig und der nach glücklichem, >onFrankreich und Spanien unterstütztem Kampfe, 1783 in Paris;e-schlossene Friede sicherte ihnen diese Unabhängigkeit zu. Franklin(j-1790) und Washington (j-1799), werden als die Gründer )erneuen Freiheit gepriesen. Die Niederlassungen dehnten sich nun imner