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Südamerika.
während unsers Winters, jedoch ist die Dauer und der Eintritt dersel-ben bei der großen Ausdehnung des Landes sehr verschieden; an derNordküste regnet es auch vom Mai bis August sehr stark.
Brasilien vereinigt die wichtigsten Europäischen und Amerika-nischen Pflanzcnproducte in sich. Hier gedeihen Weizen, Gerste,Reis, Wein, Europäische Südfrüchte und Gemüse, jamanche Obstarten, daneben Maniok, Bataten, Jams, Pi-sang, Ananas, Melonen, Kokospalmen und viele andereköstliche Fruchtarten und Nahrungspflanzen, jedes in der ihm zusagen-den Region der Berge, Ebenen, Wälder oder Thäler. Kaffee, Znk-ker, Baumwolle, Taback, Kakao und Vanille, Fernam-buk-, Campeche- und Ma h agoniholz, Sassaparille, Ipe-cacuanha, Ratanha, China, Jalappe u. a. Arzneipflanzenbilden die Hauptansfnhrproducte des Pflanzenreichs; aber wie groß istdie Menge der übrigen Bäume und Pflanzen, welche das herrlichsteBau- und Tischlerholz, Färbestoffe, Gummi, Balsame,Gewürze, Arzneien und eßbare Früchte und Wurzeln lie-fern. Wichtig besonders für den Wilden Brasiliens sind unter denzahllosen nützlichenPalmenarten dieMauritia flexuosa und Gui-lielnia speciosa, jene durch ihr Holz, diese durch ihreBeeren und da-her förmlich angebauet. Höchst bemerkenswerth ist die seit 1816 anfangsnur auf einem königl. Lustschlosse, dann in größeren Umfange in der Pro-vinz Sän Paolo durch eine Chinesische Colonie versuchte und gelun-gene Anpflanzung des TheeS*). Berühmt war Brasilien bisher vor-züglich nur durch Diamanten und Gold, aber so groß auch dieMasse beider ist, die bisher hier gewonnen wurde (man berechnete schon1810 die Menge des nach Portugal gesendeten Goldes auf mehr als14,000 Zentner, und der Diamanten auf 2100Pfund), so kann mandoch behaupten, daß der Ertrag der Goldbergwerke und Goldwäschereienbei besserer Gewinnungsart noch viel größer werden muß. Wo» demgewonnenen Golde erhält die Regierung den fünften Theil, der ineinem der letzten Jahre etwa 300,000 Thlr. betrug. WichtigeMinera-lien finden sich außer diesen beiden; es ist vielleicht nicht übertriebenzu sagen, daß dieß Land im Schooße seiner Gebirge fast alle Edelsteineund Metalle, Eisen namentlich in unendlicher Menge, besitzt; aberBergbau auf unedle Metalle wurde bisher so gut wie gar nicht getrie-ben. Salz, Salpeter und Schwefel ist in Überfluß und ananderen nützlichen Mineralien fehlt es in diesem Gebirgslande natür-lich auch nicht, aber die ehemalige Regierung beförderte die Gewinnungderselben nicht nur nicht, sondern hinderte sie sogar in vielen Fäl-len. Reich sind die Waldungen an allen S. Amerikanischen Thieren,nur das Llama und dessen Geschlechtsverwandte finden sich hier nicht;
*) Dieser neuerlichst wiederholten Behauptung wird von Eschwege wider-sprochen; mit ihm stimmt die Angabe eines Beobachters überein, der mirdie Nachricht mittheilt, daß die Chinesischen Colonisten zerstreut als Krä-mer im Lande leben und daß die Theepflanzen des botanischen Gartenseinen äußerst schlechten Thee liefern.