Band 
Zweiter Theil.
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Brasilien.

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bescnderS ausgezeichnet ist die Schönheit des hiesigen Geflügels, derSchmetterlinge und anderer Jnsecten, unter denen auch der prächtigeIn w e lenkafer. Schildkröten finden sich besonders an den gro-ßen Strömen des Nordens in größter Menge, aber neben ihnen auchKaimans in nicht geringer Zahl; auf den Inseln des Solimoensgewinnt man jährlich aus den Schildkröteneiern über 480,000 PfundFett, zu dem etwa 12 Mill. Eier erforderlich sind (jede Schildkrötelegt deren 64 bis 140); außerdem fängt man dort jährlich 20,000Schildkröten. Europäische Hausthiere sind in großer Mengeund gedeihen vortrefflich; in den S. Ebenen sind Pferde und Rin-der halbwild zu Tausenden; das Pferd ist klein und der Gebirgewegen weniger benutzt, als has Maulthier. Zu den Beschwerden desLandes gehören die mancherlei Schlangen (darunter auch giftigeund die Riesenschlange), Kröten- «nd E idech se n arte n,Termiten u. a. Ameisen (eine große Art wird sogar gegessen),große Spinnen, Sandflöhe (die sogenannten Tschiken), Skor-pione, Tausendfüße, Moskitos u. a. schädliche Jnsecten.Wald dienen giebt eS in Menge. An den S. Küsten zeigt sich derWall fisch und im mittleren Maranhon sehr häufig das Laman-tin oder Manati (eine Seekuh, oft 20 F. lang, 5 bis 800 Pfundschwer, reich an Thran und mit wohlschmeckendem Fleische).

Die E. bestehen theils aus Weißen l^), theils aus Negern(§), größtentheils Sklaven (man konnte auf eine jährliche Zufuhr von40 bis 50,009 Negern rechnen; seit 1830 ist aber der Sklavenhandelaufgehoben), theils aus Indianern, Mulatten und Mestizen.Die Zahl derselben mit Ausnahme der wilden Stämme, die man garnicht schätzen kann, wird von Einigen zu 3 oder 3l-, von Anderen zu5 Mill. angegeben. Bei dem Drucke, welchen die ehemalige Portu-giesische Regierung ausübte, war an Thätigkeit und Gewerbfleiß nichtzu denken. Man dachte nur auf Gold- und Diamantcngewinn;Ackerbau wurde höchst nachlässig betrieben, Fabriken gab es nur ingeringer Zahl in den großen Städten; eS fehlte selbst an den noth-wendigsten Handwerkern und manche Beschäftigungen, z. B. Gewin-nung des Seesalzes, war so gut wie verboten; Handel war nur mitPortugal erlaubt. Dies hat sich geändert. Handel und Gewerbe sindfrei; man sucht Europäische Colonisten ins Land zu ziehen und dieEinwanderungen aus Deutschland sind beträchtlich. Schnell wird auchhier Alles aufblühen, wenn der Staat nur erst innere Ruhe genießt.Die Europäischen Wohnplähe sind meistentheils in den Küstenstrichen;das Innere, besonders in N., ist fast allethalben noch völlige Wildnißund, wie auch manche Küstengegenden, von den rohesten Jndianerstäm-men, Botocudos, Capuchos (tschoS) CumanchoS (tschos), Pa-raibas, Puris, CoroatoS, Barbados, welche letztere sich durchlange Bärte vor allen übrigen Eingebornen Amerikas auszeichnen,u. a., die man mit dem allgemeinen Namen Tapuyas oder Gen-tioS belegt, bewohnt. Die meisten dieser Stämme sind gefährlicheund erbitterte Feinde der Colonisten; kein Wunder, denn noch in denneuesten Zeiten wurden die Indianer der Provinz Para förmlich ge-Volgcr's Handb. 2r Lhl. 3te Aufl. 27