Westindicn. Einleitung.
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Erstere beide sind von Europäern hierher gebracht, der Kaffee ausArabien über Java und Surinam durch Niederländer und Franzosenumö Jahr 1720, Zuckerrohr von den Kanarischen Inseln durch dieSpanier schon im XVI. Jahrh., jedoch ist seit 30 Jahren daS sast-reichere Otaheitische Rohr durch die Engländer verbreitet. Außer die-sen sind für den Europäischen Handel wichtig: Indigo, OrleanSoder Ruku, Mahagoni-, Zedern-, Campeche- u. a. edleHolzarten, Aloe, Sassafras, Quassia u. a. Arzneipflan-zen, Schildpatt und einige andere minder bedeutende Gegenstände.Won edlen und unedlen Metallen wird auf den größeren Inseln etwasWeniges gewonnen. Als Nahrnngspflanzen dienen außer einigen Eu-ropäischen Fruchten, die hier nicht gut gedeihen, JamS, Bataten,Maniok, der aus Afrika hierher verpflanzt ist, Kokos- u. a. Pal-me», Reis, Brotfrucht, die von den Südsee Inseln gebracht wor-den, Europäische Südfrüchte und mancherlei andere einheimische eßbareGewächse und Früchte, z. B. Pisang; allein bei dem allgemeinenAnbau obiger Handelsartikel, der für die bloßen NabrungSpflanzennicht Raum genug übrig läßt, muß Westindien von R. Amerika auSmit Mehl und Getreide versorgt werden. An einheimischen Thierensind die Inseln arm, denn außer Hirschen und wilden Schweinen,dem Tajassu, Waschbär, Stinkthier, Affen, einigen rat-tenartigen Thieren, Fledermäusen, Kaimans, Eidechsen,Schlangen, Schildkröten findet man wenig Geschöpfe dieser Klas-sen; an Vögeln, unter denen auch der Papagei und Kolibri, undFischen dagegen ist kein Mangel. Nur die größeren Antillen, Mar-tinique und St. Lncia enthalten giftige Schlangen oder Skor-pione; die köstlichsten Schildkröten liefert Jamaica, unter ihnenauch die Ri esen sch ildk r öte. Bemerkenswerth ist noch die Wan-derkrabbe. Die Plagen deS Festlandes Termiten, Moskitosund Erdflöhe (Tschikeu) finden sich auch hier. Unter den hiesigenEuropäischen Thieren gedeihet nur das Schwein gut.
Bei der Entdeckung der Antillen fand man diese von einheimischenStämmen bewohnt; sie sind auf den meisten verschwunden, dennnur auf Trinidad leben noch 8 bis 9000 Indianer und die Reste derKaraiben auf St. Winccnt sind kaum nennenswerth; vielleicht wareS eben dieses rohe Volk, waS als Eroberer zum Theil die anderenschwächeren Stämme vertilgte und selbst hernach der Überlegenheit derEuropäer weichen mußte. Die jetzigen Bewohner, 2 Mill. 900,000,sind größtentheilS Neger, die vor Abschaffung deS Sklavenhandels,der hier ungefähr 1503 begann, von Europäern an der Westküste vonAfrika eingehandelt und zur Arbeit in den Plantagen hierher geschlepptwurden. Ihre Anzahl belauft sich auf 2,100,000, unter denen über1 Mill in Freiheit lebt. Zu letzteren gehören dieförmlich freigelas-senen Neger der Europäischen Colonien, so wie die E. von Haiti,welche einen eigenen Negerstaat bilden; ferner die auf den größerenInseln entlanfenen und in Wäldern lebenden Maronen Neger,die ebenfalls ihre Freiheit behauptet haben. Die Europäer, kaum?Mill>, stammen auf den einzelnen Inseln gewöhnlich von der dort