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[Dritter Band.]
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Ty. sturti.

II.

Der Grütliverem.

^Wer Grütliverein ist im Jahre 1838 in Genf gegründet worden. Dort

versammelten sich eine Anzahl Appenzeller nnd Glarner, zn denensich noch andere Ostschweizer gesellte» Studenten, Handlnngsangestelltennd Handwerker von denen also wohl die letzter» jene Schweizer gewesensind, die nach Weitlings Angabe aus dem Arbeiterverein ausgetretenwaren. Sie feierten im Geiste die Appenzeller nnd Glarner Lands-gemeinde mit, fassten den Entschluß, einen Bcrein zn bilden, und hieltendann am 20. Mai die Bcreinstanse, bei welcher vr. Niederer ausLutzenberg, ein Jünger Pestalozzis, der in Genf einem Töchterinstitutvorstand, die Patenrede hielt.Grütliancr sollt ihr heißen", rief er,denn ich sehe voraus, daß aus dieser brüderlichen Bereinigung vonSchweizern ohne Unterschied der Kantone dereinst etwas Groß-artiges entstehen kann, wie einst die freie Schweiz aus dem Grütlihervorgegangen ist." Dieses Wort bestätigt die Angabe Weitlings, daßdie schweizerischen Arbeiter eine Politik verfolgen wollten, die sich gegendas Foderativsystem richtete, wie es damals herrschte. Über den ganzenInhalt des zn Erstrebenden war man jedoch verschiedener oder der ver-schiedensten Meinung. Es scheust, daß eine Gruppe nur an die Gesellig-keit und Bildung dachte, aus welcher dann jede gute Frucht von selberhervorreisen werde, während andere die Politik voranznstclleu nnd beider Wiedergeburt des Schweizerbundes, wie sie die radikale Partei Ver-kündete, mitzuthun gedachten. Dann, Ansang der Bierzigerjahre, gabAlbert Galcer dem Berein ein festeres Gefüge, worauf bald zahlreicheSektionen entstanden.

Galeer lebte in Genf als Sprachlehrer nnd war der Sohn einesaus dem Borarlberg stammenden Gipsermeisters, der eine Bürgerin vonViel znr Frau hatte. Er war 1816 in Kork bei Kehl im Großherzog-tum Baden geboren, kam mit den Eltern nach Viel, wo sich sein Vatereinbürgerte, besuchte dort das Gymnasium lind studierte nachher in Heidel­ berg . Wie er sich von den Kommunisten unterschied, sagt uns seinWort von dem Endziel eines republikanischen Staates: dieses sei erreicht,