Band 
Zweiter Band.
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28 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.

zu örtlichen Wärmeentziehungen ein solches und zwar von der unentbehrlichstenArt. Als solches ist nun das Eis Gegenstand eines ausgedehnten Handelsund seine Aufbewahrung eine wichtige Aufgabe der Technik geworden. —

Bei der Aufbewahrung des Eises geht die ganze Einrichtung darauf hin-aus, den schmelzenden Einfluß der Sommeratmosphäre so viel wie möglich ab-zuhalten, wobei hauptsächlich die folgenden Grundsätze in Anwendung kommen:

Die Temperatur der Erde ist schon in einer geringen Tiefe gleichbleibend,in diesen Tiefen kann also die Temperatur durch die Sommerwärme nicht mehrgesteigert werden. Je geringer die Oberflache, welche das Eis der eindringendenWarme darbietet, und je größer seine Masse, um so geringer das Abschmelzen.Eisvorrathe sollen also nicht zu klein, dagegen stets dicht und compact gelagertsein. — Die Einwirkung der äußeren Wärme aus das Eis, wird sehr wenig durchdirecte Mittheilung, dagegen größtentheils durch die Strömungen der mit ein-geschlossenen Lust, sowie des von außen zubringenden, oder sich im Innerenbildenden Wassers vermittelt. Ferner kann die Uebertragung der Wärme aufdas Eis durch schlecht leitende Umgebung außerordentlich vermindert werden.Man soll also dafür sorgen, daß die Eiskeller ganz angefüllt, also möglichstwenig Lust mit eingeschlossen wird; daß der äußeren Lust aller Zutritt versperrtund daß endlich die Bodenfeuchtigkeit und das Tagewasser verhindert werdeneinzudringen. — Aus diesen Gründen erhellt von selbst, warum dieEismagazine wo möglich nach Norden und meist in die Erde verlegt werden,also Eiskeller sind. Man gewinnt einen großen Vorsprung, wenn man dieEiskeller von oben durch Baum- oder Gebüschpflanzungen beschattet oder ingleicher Absicht unter Gebäuden anlegt. Ist letzteres nicht der Fall, so müssensie, um das wärmere Regenwasser abzuhalten, nothwendig überdacht sein. Esist von hervorragender Wichtigkeit, den Keller mit möglichst compacten, dickenEisblöcken anzufüllen und keine Zwischenraume in der Eismasse zu lassen.Schnee ist darum wenig geeignet. Beim Eintragen muß das Eis nach allenSeiten von der Mauer durch eine starke Schicht Stroh getrennt werden. DieEingänge, besonders wenn sie nicht senkrecht, sondern waagrecht angelegt sind,müssen mit Doppelthüren versehen sein, damit die äußere Lust zu keiner ZeitZutritt in's Innere hat. Es versteht sich ganz von selbst, da die Temperaturder Umgebung immer höher ist, als der Gefrierpunkt, daß stets und unvermeid-lich ein gewisser Theil des Eises durch Schmelzung verloren geht. Meistensist für die Ableitung des Eiswassers Sorge getragen, obgleich diese Maßregelnicht von Vortheil sein kann, denn dieses Wasser ist kälter (wenigstens 0° E.)als die Luft, die nothwendig seine Stelle ersetzt. Auch entstehen, wenn nichtgehörige Vorsicht bei dieser Wasserableitung getroffen wird, leicht schädliche Luft-strömungen, indem kalte Luft abfließt und warme eindringt. In vielen Eis-kellern pflegt man das Eis einzusalzen; das eingestreute Kochsalz löst sich indem geschmolzenen Eise, wodurch eine neue Temperaturerniedrigung erzeugt wird,welche aber schwerlich bedeutend genug ist, um die Kosten zu tragen.

Die Neapolitaner beziehen das Eis vom Vesuv; sonst brauchte man vielSchnee in Italien. In Paris werden jährlich gegen 300000 Eentner ver-braucht, wovon die große Eisgrube in St. Ouen über % liefert, zu 7 bis 10 Een-