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Zweiter Band.
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168
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168 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschaftl. Gewerbe.

Wie dieses Ergebniß beweist, ist die Bildung dieser Krusten *) in derAnwendung des Kalkes als Läuterungsmittel begründet, indem sich dadurch ba-sisch phosphorsaurer Kalk aus der alkalischen Flüssigkeit, nebst unlöslichen Verbin-dungen des Kalks mit organischen Substanzen, niederschlagt und festbackt. DieZwischenlagerung dieser Krusten zwischen den Saft und den Kesselboden hat einehäufige Ueberhitzung und somit ein Anbrennen (Karamelisation) des Zuckerszur Folge, sobald die Krusten springen oder reißen und den Zuckersaft mit derheißen Metallfläche in Berührung bringen.

Das übliche Verfahren, um diesen Pfannenstein wegzuschaffen, ist einfach, •aber schädlich für die Siedgefaße. Man macht den entleerten Kessel heiß, selbstbis zum Glühen, wo sich die Kruste wegen der größeren Ausdehnung des Me-talls dann abschiefert. —

c. Krystallisation.

Nach der sonst herkömmlichen Weise pflegte man den verkochten Syrupzuerst in Kühlgefäße und dann sogleich in die Versandtfasser zum Krpstallisirenund, so gut es eben gehen mochte, zum Abtropfen zu bringen. Später hat manes jedoch vorgezogen, und zwar mit vielem Vortheile, besondere Krystallisirge-faße anzuwenden.

Die Operation beginnt damit, daß man den gahren Saft in große, flacheKühlkasten von 30 — 40 Kubikfuß Inhalt bringt. Sie sind aus Holz undsehr dickwandig, damit die Abkühlung langsam und das Korn nicht zu kleinausfallt. Nach ungefähr 24 Stunden, wenn der Syrup nicht mehr heiß,sondern nur noch lau ist, und sich die körnige, den Rohzucker eigenthümlicheKrystallisation (das Körnen) ausgebildet hat, rührt man mit eisernen Kellenum, um gleichförmige Temperatur und Dichtigkeit herzustellen und füllt die ge-kühlte Masse in hölzerne aus Dauben zusammengefügte Formen. Der nickstkrystallisirte Theil tropft nun durch die Fugen der Form und ihres Bodens,oder auch durch eingebohrte Löcher, welche Anfangs mit Pfropfen aus Zucker-röhr verschlossen sind, in die Sammelbehälter, über welchen jene reihenwelstgeordnet sind. Diese Behälter sind sehr groß und fassen 15 bis 20,000 Literund darüber.

Nach zwei bis drei Wochen im günstigen Falle, nach fünf bis sechs Wa-chen bei schleimiger Masse und zu feinem Korn, ist in der Regel die Melasseabgetropft, soweit als es unter den vorhandenen Umstanden möglich ist, d. h'immer sehr unvollkommen. Das in der Form zurückbleibende, feuchte, brauseoder bräunliche Krystallmehl fällt, je nach der bessern oder schlechtem Aussätrung und der Beschaffenheit des Rohrs, von sehr verschiedener Qualität a"sRohzucker. ttnd heißt Rohzucker (Kistenzucker, Puderzucker).

Die wichtigsten, im europäischen Handel vorkommenden Rohzuckersorten sind'

1) Der Westindische, Jamaica, Martinique, Guadeloupe,

Eroip, St. Thomas, Domingo und Havannah.

2) Der Amerikanische, Rio Janeiro, Bahia.

3) Der Ostindische, Mauritus, Manilla, Java, Canton.

*) In den französischen Colonien »oat« genannt.