Band 
Zweiter Band.
Seite
172
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172 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschastl. Gewerbe.

tfMstff',chrm. Deflcind

Brauner Rohzucker

Die Melasse davon

gab 1,33 Proc. Asche,

gab 3,6 Proc. Asche,

bestehend aus:

bestehend aus:

Kali . . .

19,42

36,23

Kalk . . .

14,67

12,72

Bittererde . .

10,72

11,14

Eisenoxyd . .

6,55

2,62

Kupferoxyd .

0,71

Spur

Manganoryd .

Spur

Spur

Chlorkalium .

8,03

4,58

Ehlornatrium.

15,46

25,87

Schwefelsaure.

10,85

7,91

Kieselerde . .

13,59

1,93

100,00

100,00

Man erkennt hier dieselben Bestandtheile wieder, welche Stenhouse(S. 161) in der Asche des Zuckerrohrs aufgefunden hat, aber natürlich in an-dern Verhältnissen. Der Kalk ist vermehrt durch den Kalkmilchzusatz bei derLäuterung; es sind fernerchinzugekommen Oxyde der Metalle der Gerathschaf-ten, dagegen ist die Phosphorsaure völlig ausgeschieden und in dem Pfannen-steine geblieben. Die Gegenwart dieser Salze erklärt übrigens nicht allein dieSchwierigkeit der Melasse, zu krystallisiren, sondern auch ihre Eigenschaft, zupurgiren und an der Luft Wasser anzuziehen, welche sie dem Rohzucker mit-theilt. Manche Rohzuckersorten zerfließen an der Luft gänzlich zu Syrup.und B'sch-f. Im frischen Zustande zeigen die Melassen stets eine klebrige Dickflüssigkeit,f,nl,m ' eine braunrothe Farbe und einen so entschiedenen Zuckergeschmack, daß dadurchdie Salze gänzlich maskirt werden. Ihrer Eoncentration ungeachtet sind siebei wärmeren Lufttemperaturen nicht eben sehr haltbar, sondern zeigen vielNeigung zur geistigen und Essig-Gahrung. Die Melassen der Eolonien, alsodes Rohzuckers aus Zuckerrohr, unterscheiden sich wesentlich von den Melassender Rübenzuckerfabriken (s. unten), insofern letztere durchweg als Mutterlaugenvon weit höherem Grade zu betrachten sind und daher vielweniger Zucker undmehr fremde Stoffe enthalten. Jene werden daher vielfach, theils schon in denEolonien, theils über See als eine geringe Art flüssigen Zuckers verbraucht,was bei den Rübenmelassen nicht thunlich ist. Den größten Theil machen K 5doch die Rumbrennereien zu Gute, niemals aber pflegt man diese Melasse wel-tec auf Rohrzucker zu verarbeiten. —

A.rb.ss,. So ungeheure Verluste und so handgreifliche Mangel, wie sie durch d>oNeuerern Fortschritte der Wissenschaft und der europäischen Rüben-Zucken"'dustrie nachgewiesen worden, konnten nicht lange bekannt sein, ohne einen niacl^tigen Sporn zur Vervollkommnung der Eolonialindustrie abzugeben. Die bis'jetzt eingeführten, oder doch versuchten Verbesserungen sind größtentheils,es sehr nahe lag, von den Rübenzuckerfabciken auf die Plantagen übertragtworden.