Von der Zuckersiederei. Der Runkelrübenzucker. Die Runkelrüben. 185
die Runkelrüben keinen andern als krystallisirten, oder Rohrzuckerenthalten. Dieses höchst wichtige Resultat ist spater von Pelouzemittelst der Trommer'schen *) Methode bestätigt worden.
3) Zellensubstanz (Cellulose), Parenchym der Zellen rc., welche, invorwiegender Menge vorhanden, die Hauptmasse der Rübe ausma-chen; ferner in geringerer, zum Theil sehr geringer Menge:
4) Eiweißartige, stickstoffhaltige Körper. Alle früheren Ana-lytiker glaubten, die Runkelrüben enthielten nur Eiweiß, Hochstetterjedoch, der genauere Untersuchungen angestellt hat, unterscheidet:
a) Eigentliches Pflanzeneiweiß (S. 7 u. 54), gerinnt durch Er-hitzen des frisch ausgepreßten Saftes zum Sieden, zu einem wei-ßen, nachher grau werdenden Coagulum.
b) Stickstoffhaltige Substanz, welche sich an der Lust durch einenwahren Oxydationsproceß erst röthlich, dann braun, zuletzt tinten-artig schwarz färbt. Diese Färbung erfolgt nur durch Berührungmit der Lust (in einem mit Saft gefüllten Gefäße z. B. von derOberfläche abwärts) und ist mit einer Niederschlagung der Sub-.stanz verbunden, wovon sie herrührt. Diese Färbung, welche derRübensaft mit dem der Aepfel, Kartoffeln rc. gemein hat, kann durchschweflige Säure oder deren Salze verhindert werden. Derschwarze Niederschlag kann absiltrirt werden und giebt durch tro-ckene Destillation ammoniakalische Produkte. Er löst sich in Kalileicht, wird jedoch nicht wieder von Sauren gefallt, obgleich er inverdünnten Säuren nur schwach löslich ist.
Diese stickstoffhaltige Substanz ist nicht im Zellengewebe, son-dern nur in gewissen Gefäßen der Rübe, so daß sich auf einen fri-schen Rübenschnitt, wenn dieser nicht gequetscht worden, diese Ge-fäße durch den Einfluß der Luft als schwarze Punkte abzeichnen.Sie wird weder durch Hitze noch durch Kalk coagulirt; Kalksalze(Chlorcalcium) dagegen bilden damit einen weißen Niedecschlag, deran der Luft augenblicklich schwarz wird. Sauren verhindern dasSchwarzwerden dieses Stoffes.
c) Eine leimartige, stickstoffhaltige Substanz, durch Kalk, aber nichtdurch Chlvrcalcium fällbar. Sie wirkt in einer Lösung schon inder Kalte zersetzend auf den Zucker; die Flüssigkeit wird schleimigund milchsaurehaltig.
ä) Eine stickstoffhaltige Substanz, welche wie b) weder durch Kochennoch durch Kalk gefallt wird; sie kann durch Bleiesstg niederge-schlagen werden. (Nach Schatten ist der Stickstoffgehalt dieserBlei-Niederschlage sehr wechselnd; er erhielt von einem Saft 0,082Procent, von einem andern 0,024 Proc., von einem dritten garkeinen Stickstoff.)
Csiemischrr
Bestand.
^ gründet sich daraus, daß in Gegenwart von Aetzkali, alle Zuckerarten dasiweftlsaure Kupseroryd zu Orydul reduciren, mit Ausnahme des Rohrzuckers,