Band 
Zweiter Band.
Seite
189
JPEG-Download
 

189

Die Zuckersiederei- Der Rübenzucker. Die Runkelrübe.

4) Die sibirische Rübe, zuerst von Reichen buch empfohlen, stammt aus «„misch»Großrußland, wo sie zu Viehfutter gebaut wird. Sie ist tellerförmig und völ- a3 ' ftantl 'lig oberirdisch, daher viel weniger tiefgehend als alle übrigen und am leichtestenzu cultiviren. Sie ist wegen ihres oberirdischen Wuchses bei weitem am leich-testen zu ernten, was besonders bei schwerem Boden von Wichtigkeit ist. Durchihre Tellerform beschattet sie den Boden besser und halt ihn langer feucht. Siesoll weicher und leichter zu zerreiben sein als die schlesische, und % bis % mehrSaft liefern von beinahe gleichem Zuckergehalt (R eichen dach); entschieden da-mit in Widerspruch stehen Herrmann's Angaben, nach welchen ihr Zuckerge-halt beträchtlich geringer ist, als der der schlesischen. Weitere, besonders inden Fabriken gemachte Erfahrungen müssen darüber entscheiden. Die sibirischeRübe reift um 14 Tage früher; man kennt eine weiße und eine rothe Abart.

Sie zeichnen sich endlich durch eine schwächere Entwicklung der Blatter aus;in Folge davon ist die Jnsertionsstelle der Blattstiele, oder das Herz wenigerumfangreich und der zuckerleere Kopf der Rübe kleiner.

Dieselbe Eigenschaft hat die sogenannte Qued lin b u r g er Rübe, welcheim Magdeburgischen viel verarbeitet wird; sie kommt,nach Sim ens,allen Rü-ben mit röthlicher Schaale und schwacher Blattkrone zu, welche lange, dünne,oberhalb mit einem scharfbegrenzten rothen Rand versehene Blattstiele haben.

Unter den genannten Spielarten hat die schlesische Rübe von Seiten derFabrikanten den meisten Beifall und wird am häufigsten für die Zuckergewin-Uung gebaut, besonders in Frankreich. Dies beruht nicht auf dem absoluten3uckerceichthum, sondern auf dem Zusammentreffen von mehreren Eigenschaf-ten, welche gleichviel Einfluß auf die Fabrikation haben, insbesondere demReichthum des Saftes an Zucker, möglichster Reinheit des Saftes an Salzen^9d anderen fremden Stoffen, welche den Zucker im Verlauf des Siedens ver-^Ndern, entwerthen und die Fabrikation erschweren — und endlich der Halt-^rkeit gegen Faulniß, welche möglich macht, die Rüben für die Dauer der^uison mit dem geringsten Verlust aufzubewahren.

Aus den vorhandenen Erfahrungen haben sich— was den Einfluß des Ent- MElungszustandes auf die Güte der Rübe betrifft — einige bestimmte und sehr «»«iKi« r»^'chtige Regeln herausgestellt, welche sich auf die Größe und das Alter der Rübe K " 6 '"'ziehen. Bei einer und derselben Art oder Abart nimmt die Wasserigkeil des Saf-Mit dem Gewicht der Rübe zu, oder was dasselbe ist, der Zuckergehalt fürbliche Gewichtsmengen Rübe ab. So fand Herrmann:

in der schlesischen Runkelrübe

in der

sibirischen Rübe

Zuckergehalt nach Proc. . .

11,4

9,4

9,5

7,4

5,9

5,1

Einem Gewicht der Rüben von"uzen .

6

13

23

45

16

40

europäischen Rußland, bis zum 56° n. B. enthalten die Rüben von: