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Zweiter Band.
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192
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Verhältniß d>Rübenjucker-fabrikatiünZur

Landwirth-

schaft.

192 Fünfte Gruppe. Die Nahrungsmittel betreffende u. landwirthschastl. Gewerbe.

normalen sauren Reaction annimmt. Der Zucker verliert seine Eigenschaftzu krpstallisiren und der Saft beurkundet seine Entartung wahrend der ganzenVerarbeitung durch sein übles Verhalten, besonders beim Verkochen, durchgeringe Ausbeute und schlechtes Product. Die mikroskopischen Untersuchungenhaben die vollständige Analogie dieser Erscheinung mit der Kartoffelkrankheitauch in der Gegenwart einer pilzartigen, aus Körnern und Faden bestehendenVegetation dargethan. Wie diese Pilze — Wesen, die doch durch Siedhitzegetödtetwerden—in den fertigen Zucker übergehen können, wo sie, nach P ay en,förmliche Höhlen in die Brode einfreffen, ist schwerer zu begreifen,

Ein ebenfalls bemerkenswertherFall, welcher zu erkennen giebt, wie nach-theilig Kochsalz dem Zuckergehalt werden kann, ist bei der Saline Rau-he im vorgekommen. In Folge des Fruchtwechsels war ein Feld, vor der Fronteder Gradirhauser gelegen, mit Rüben bestellt worden, welche zu Sprup alsSurrogat des käuflichen Zuckers in der Haushaltung bestimmt waren. Manerhielt eine Ernte von gutem Aussehen,, aber einen kaum süßen, fadeschmecken-den Saft. Offenbar hatte das Kochsalz, welches in Menge durch die, mitdem Wind fortgeführte Soole, die Felder durchdringt, aus den Zucker gewirkt,mit dem es bekanntlich eine krpstallistrbare Verbindung bildet. —

Bei der Gewinnung des inländischen Zuckers sind zwei große Gewerbe in glei-chem Grade betheiligt: die Landwirthschaft und die davon abhängige Rü-benzuckerfabrikation im engeren Sinne. In diesem Abhangigkeitsverhaltnißliegt nun ein sehr großer Theil der Schwierigkeiten, womit diese Industrie beider ohnehin schweren Eoncurrenz mit dem Calonialzucker zu kämpfen hat.r Zur gehörigen Würdigung dieses Verhältnisses muß man erwägen, daßder Zuckerfabrikant zunächst nicht das Interesse hat, aus einer gegebenen Bo-denfläche eine möglichst große Menge Zucker vermittelst Rüben zu ziehen; ihr"ist — bei dem gegenwärtigen Stande der Fabrikation und dessen inneren Unvoll'kommenheiten — noch mehr daran gelegen, einen Saft zu erhalten, in welchesder Zucker am reinsten, d. h. in möglichst geringem Grade mit denjenigen %>**standtheilen begleitet ist, welche seine Darstellung unsicher und schwierig m«*chen. In der Wahl: einen hohen Zuckerertrag per Morgen aus der großen WaffelMasse eines schwächeren und mit Salzen überladenen Saftes, welche beide ausd^Schleimzuckerbildung wirken und mit der Krystalliflrbarkeit den Werth des Zuckersmindern; oder einen geringeren Zuckerertrag per Morgen aus einem stärkerenreineren Saft auszuscheiden, welche einen sichern und regelmäßigentrieb verbürgen — kann ein intelligenter Fabrikant nicht zweifelhaftDenn seine wahre Aufgabe besteht nur darin, von einer gegebenen Bode»'flache mittelst der darauf wachsenden Rüben nicht bloß möglichst viel 3 U 'cker zu ziehen, sondern möglichst viel Zucker als Handelsrechte 20««^/d. h. kcpstallisirten Zucker, darzustellen. Von diesem Gesichtspunkte auist es klar, daß sich der Fabrikant bei unreinem und verdünntem ® a lvon diesem Ziel entfernt, weil die größere Wassermasse und die Salze,er überladen ist, die Fabrikation kostspieliger machen, auf die Schleim;»«^bildung wirken, Melasse erzeugen und einen großen Theil des Zuckers eNwerthen. Stets muß ein Theil des Zuckers, der gleichsam als latent zu

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