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Zweiter Band.
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Zuckersiederei. Rübenzucker. Läuterung des Saftes.

Weshalb der Saft theilweise längere Zeit als vorgesehen in dem Apparate ver-weilt und den Bedingungen der Gahrung ausgesetzt bleibt, denen er dannoft unterliegt und so die ganze Batterie in den Zustand der Gahrung ver-setzt. Dieser Einwurf gehört nicht unter die geringsten, welche man demMacerationsverfahren machen kann.

Das Macerationsverfahren hatte sich anfangs eines bedeutenden Anklangszu erfreuen; aber die Erfahrung hat sich in dem Zurückgehen desselben dochdafür entschieden, daß die Vortheile seine Nachtheile nicht überwiegen.

d) Die Läuterung des Saftes.

Aus der Art der Gewinnung des Saftes geht hervor, daß dieser nicht »°rb„»,riu»g.bloß eine Lösung von Zucker in Wasser, sondern vielmehr eine Lösung sämmt-licher auflöslicher Bestandtheile der Rüben, sowohl organischer als unorganischersein muß. Der frische, unveränderte Saft besitzt eine schwache, zuweilen in'sUnmerkliche gehende, saure Reaction und enthält in der That alle auf Seiteb84 ff. aufgeführten Stoffe, außer der Zellensubstanz, soweit diese nicht mechanischden Saft übergegangen ist. Das Fett und der chlorophyllartige Stoff be-iden sich in Suspension, die übrigen in Aussösung. Bei den phosphorsau-te « Erden wird diese durch die saure Beschaffenheit des Saftes vermittelt.

Es sind vornamlich zwei Klassen der Saftbestandtheile, welche der Dar-^llung von krystallisirtem, verkäuflichem Zucker in hohem Grade hinderlich^ im Wege sind: die stickstoffhaltigen Körper und die Salze. Sie^hlen in keinem Safte und wenn auch durch heiße Maceration das Eiweißoder größtentheils fern gehalten wird; so verbleiben doch die übrigen drei°ber vier Stoffe derselben Gattung, welche gerade die störendsten sind.

. Die stickstoffhaltigen Körper des Saftes schaden, als die veränderlichsten^bindungen dadurch, daß sie die Zersetzung im Bereich des Saftes veranlas-gleichsam in Gang bringen und in Folge dessen in demselben eine saure Be-soffenheit veranlassen, welche den Rohrzucker alsbald in Traubenzucker um-^andelt. Der Traubenzucker wird aber weit rascher zersetzt als Rohrzucker.

'ffe Nachtheile finden schon in der Kalte, mehr noch in der Wärme Statt.

(j. Sie haben ferner die ungünstige Eigenschaft, in der Siedhitze durch den^ "istuß der alkalischen Beschaffenheit des Saftes — welche bei den nachfolgen-^ Operationen nicht zu vermeiden ist — Ammoniak zu entwickeln.

^ Die Salze schaden direct dadurch, daß sie schon in geringer Menge (2Proc.)

^ Safte beigemengt, die Krystallisation des Zuckers verzögern, oder unmöglichchen; sie können indirect schaden, wenn ihre alkalischen Basen, wie bei der^terung, frei werden.

zück diese Einflüsse zusammengenommen sind groß genug, um den Rohr-solchen größtentheils zu zerstören, bevor man den Krystallisations-erreicht hatte; so daß eine dringende Nothwendigkeit vorliegt, denStoffe zu entledigen, bevor man zu seiner eigentlichen Eoncentra-8°rick "tm kann. Dieses ist die Aufgabe der Läuterung. Sie ist daraufl>ch sremden Stoffe, besonders der beiden genannten Arten erst unlös-

iu machen, also chemisch niederzuschlagen und dann durch Decanthiren,

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